Zirkuskunst für alle: Roncalli-Weihnachtsshow im Tempodrom


Der Circus Roncalli will ab dem 17. Dezember wieder die Hauptstadt verzaubern. In diesem Jahr wird Oliver Polak den Weihnachtscircus moderieren.

Lili Paul-Roncalli, Oliver Polak und Bernhard Paul stellen den diesjährigen Roncalli Weihnachtscircus vor.

Lili Paul-Roncalli, Oliver Polak und Bernhard Paul stellen den diesjährigen Roncalli Weihnachtscircus vor.Markus Wächter

Oliver Polak läuft in die Manege, ganz locker, seinen Hund Arthur auf dem Arm. „Wir müssen ihm immer erklären, dass Tiere in der Manege verboten sind “, scherzt Roncalli-Chef Bernhard Paul. Immerhin hat sich der Circus Roncalli schon 2018 vollständig gegen Tierauftritte entschieden. Vielmehr sieht man hier Artisten durch die Luft wirbeln, Seiltänzer in beeindruckender Höhe balancieren und Clowns, die die Leute zum Lachen bringen.

1975 gründete der Österreicher Paul den Circus Roncalli. Gerne tritt der Chef auch selbst mit roter Clownsnase und übergroßem Schuhwerk in die Manege. Der Zirkus ist zwar in Köln ansässig, tourt allerdings durch ganz Deutschland. Pünktlich zur Weihnachtszeit ist Roncalli nun wieder in Berlin.

„Damals gab es noch keine Weihnachtszirkusse, heute gibt es die an jeder Ecke“, sagt der Gründer. Roncalli sticht allerdings noch immer heraus: Zum diesjährigen Weihnachtsfest lädt der Circus Roncalli zum 18. Mal ins Tempodrom, das in diesem Jahr wie ein italienischer Marktplatz gehalten sein soll, wie Paul verspricht.

Oliver Polak führt als neuer Prinzipal durch die Manege

Bernhard Paul heißt ein neues Mitglied der Roncalli-Familie willkommen: Oliver Polak ist sonst Komiker und Autor – er wird in diesem Jahr die Show moderieren. Polak sagt: „Ihr fragt euch jetzt bestimmt, was hat Oli Polak denn mit dem Zirkus zu tun?“. Eine berechtigte Frage, sonst kennt man den Mann eher von der Kabarettbühne.

Neu bei Roncalli: Oliver Polak mit seinem Hund Arthur

Neu bei Roncalli: Oliver Polak mit seinem Hund ArthurMarkus Wächter

Polak erzählt, dass schon seine Kindheit im Emsland vom Zirkus versüßt wurde. Als er sechs Jahre alt war, berichtete ihm sein Vater von einem neuen Zirkus, der ständig ausverkauft sei. Damals hatte er seinen ersten Berührungspunkt mit dem Circus Roncalli. „Da wurde ich von einem kleinen Affen gebissen“, sagt Polak. Eine umso größere Ehre sei es, heute bei der Show mitwirken zu dürfen. Und im Übrigen: „Wir brauchen Zirkus. Zirkus ist die Basis der Schönheit.“

Die drei Kinder des Zirkus-Gründers wurden schon früh in die Arbeit eingebunden. Heute wirken sie alle in irgendeiner Form mit. „Ich bin froh, dass sie die Arbeit im Zirkus lieben und sie verstehen“, sagt Paul. Immerhin sei das kein leichtes Geschäft. Der Star des diesjährigen Weihnachtszirkus ist die jüngste Tochter, Lili Paul-Roncalli. 2020 gewann sie die 13. Staffel von „Let’s Dance“. Die 24-Jährige wird in diesem Winter eine Kontorsionsperformance hinlegen, bei der sie ihren Körper in den irrsten Positionen verdreht und verbiegt.

Ukraine-Krieg auch im Circus Roncalli spürbar

Das neue Programm nachzuerzählen wie ein Drehbuch ginge allerdings nicht, sagt Bernhard Paul. Dafür müsse man schon selbst den Zirkus besuchen. „Es hat sich vieles verändert, aber wir haben eine sehr zeitgemäße Show kreiert“, sagt Paul. Wieder einmal sind Artisten aus aller Welt an dem Weihnachtsspektakel im Tempodrom beteiligt.

Besonders Lili Paul-Roncalli soll mit ihrem akrobatischen Talent die Weihnachtsshow bereichern.

Besonders Lili Paul-Roncalli soll mit ihrem akrobatischen Talent die Weihnachtsshow bereichern.Markus Wächter

Auch wenn ein Zirkus weitgehend aus der Politik herausgehalten werden kann, sind auch hier die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs spürbar. „In den letzten Jahren waren immer Artisten aus Russland dabei, das ist jetzt natürlich nicht mehr so leicht möglich“, sagt Paul. Und von den Ukrainern in der großen Roncalli-Familie hätten viele Familie in der Heimat. „Unter diesen Umständen ist es gar nicht so einfach, solch eine Show durchzuziehen“, erklärt der Gründer.

Ganz generell müssten Artisten derzeit eine schwere Zeit durchstehen. Immerhin war auch der Circus Roncalli in den letzten zwei Jahren stark durch die Pandemie eingeschränkt worden. Und es sei gut, dass er wieder da sei. Denn Zirkus, sagt Paul, sei die einzige Kunstform, „die ein Kleinkind und einen Intellektuellen im gleichen Moment zum Lachen und zum Staunen bringen kann“. Am 17. Dezember ist Premiere der diesjährigen Weihnachtsshow. Das Programm läuft bis zum 2. Januar zweimal, an Sonntagen dreimal täglich, an Heiligabend und am 30. Dezember gibt es jeweils nur eine Vorstellung.



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