Wohngeld beantragen: Anspruch, Rechner, Formulare




Das Geld für die Miete ist knapp? Wer wenig Einkommen zur Verfügung hat, kann unter bestimmten Voraussetzungen Wohngeld beziehen. Wir zeigen Ihnen, wie.Um ärmere Haushalte bei den Wohnkosten zu entlasten, gibt es vom Staat einen Zuschuss. Wohngeld nennt sich die Leistung, von der sowohl Mieter als auch Eigentümer profitieren können. Wir erklären Ihnen, wer Anspruch darauf hat, wie sich die Höhe des Wohngelds berechnet und was Sie tun müssen, um es zu beantragen. Wer hat Anspruch auf Wohngeld?Anspruch auf Wohngeld vom Staat haben Mieter und Untermieter, deren monatliches Gesamteinkommen unter einer bestimmten Einkommensgrenze liegt. Auch einkommensschwache Eigentümer können einen Zuschuss erhalten, wenn sie die Immobilie selbst nutzen. Lastenzuschuss nennt sich das dann. Ende 2020 profitierten bundesweit rund 618.200 Haushalte vom Wohngeld. Ab Januar 2023 sollen 1,4 Millionen weitere Haushalte dazukommen. Dann greift als Teil des dritten Entlastungspakets eine Reform des Wohngelds: Es soll von zuletzt rund 180 Euro auf etwa 370 Euro monatlich steigen. Auch Bürger, die Mindestlohn verdienen oder eine Rente in vergleichbarer Höhe erhalten, sollen dann profitieren.Miete nicht gezahlt: Wann Ihnen der Vermieter kündigen darfBezahlbare Miete: Zehn Tipps, wie Sie eine günstige Wohnung findenKeinen Anspruch auf Wohngeld haben Bezieher von Sozialhilfe, Arbeitslosengeld II oder BAföG. Denn bei diesen Transferleistungen sind die Wohnkosten schon berücksichtigt.Wie wird Wohngeld berechnet?Die genaue Höhe des Wohngeldes hängt von mehreren Faktoren ab. Basis für die Berechnung ist das Haushaltsgesamteinkommen, die Miete und die Anzahl der Haushaltsmitglieder.Bei der Einkommensberechnung wird vom Bruttoeinkommen ausgegangen. Davon werden Freibeträge und Pauschalen abgezogen. Als Miete werden die Kaltmiete und Nebenkosten berücksichtigt – also etwa Wasser, Abwasser und Grundsteuer, nicht aber Heiz- und Warmwasserkosten.Im Wohngeldgesetz (WoGG) sind allerdings Obergrenzen für die Miete verankert. So zählt nicht unbedingt die tatsächliche Miete; stattdessen gibt es sieben Mietenstufen (§12 WoGG). Je höher die Stufe, in die Sie eingeteilt werden, desto höher ist auch die Miete, die für die Wohngeldberechnung berücksichtigt wird.Beispiele: In München (Mietenstufe VII) wird für die Miete eines Zwei-Personen-Haushalts eine Miete von maximal 767 Euro berücksichtigt, in Stuttgart, Frankfurt, Hamburg und Köln (alle Mietenstufe VI) eine Miete von bis zu 697 Euro. Liegt die tatsächlich gezahlte Miete höher, gibt es trotzdem nicht mehr Wohngeld.Heizkosten fließen künftig in Berechnung einKünftig gibt es zudem eine dauerhafte Heizkostenkomponente, die als Zuschlag auf die zu berücksichtigende Miete oder Belastung in die Wohngeldberechnung eingeht. Eine Klimakomponente berücksichtigt Mieterhöhungen aufgrund energetischer Maßnahmen.Wegen der hohen Energiepreise erhalten Bezieher von Wohngeld bereits im Jahr 2022 einen erhöhten Zuschuss zu den Heizkosten. Es sollen alle profitieren, die zwischen September und Ende Dezember mindestens einen Monat lang wohngeldberechtigt sind. Dazu kommen Bafög-Empfänger und Auszubildende mit staatlicher Unterstützung. Für Studenten und Azubis gibt es einen Pauschalbetrag von 345 Euro, bei allen anderen richtet sich der Zuschuss nach der Haushaltsgröße: Wer allein lebt, bekommt 415 Euro, zu zweit gibt es 540 Euro – und für jeden weiteren Mitbewohner noch einmal 100 Euro dazu.Wohngeldrechner nutzenSeit Januar 2020 ist das Wohngeld durchschnittlich um 30 Prozent gestiegen. Laut dem Deutschen Mieterbund kletterte der durchschnittliche Zuschuss für Mieter im Zwei-Personen-Haushalt von 145 Euro auf 180 Euro. Mit der Wohngeldreform soll sich das Wohngeld im Schnitt um 190 Euro im Monat erhöhen. Wie viel Sie möglicherweise bekommen, können Sie mit dem Wohngeldrechner des Bauministeriums herausfinden.Wie viel Einkommen darf ich haben, um Wohngeld zu bekommen? Auch das hängt von der jeweiligen Mietstufe ab, in die Sie einsortiert werden, sowie der Anzahl der Haushaltsmitglieder. Die nachfolgende Tabelle zeigt die aktuellen Einkommensobergrenzen (nach Abzug der Freigrenzen und Pauschalen etwa für Steuer und Sozialversicherung, Stand: November 2022).Wo kann ich Wohngeld beantragen?Wohngeld gibt es nach §22 WoGG nur auf Antrag. Das Geld wird in der Regel ab dem Monat gewährt, in dem Sie den Antrag stellen. Rückwirkend können Sie den Mietzuschuss nicht bekommen. Ausnahme: Sie haben zunächst Arbeitslosengeld II oder Grundsicherung beantragt, diese Leistung aber nicht bekommen.In diesem Fall fließt das Wohngeld mit dem Monat der Antragstellung auf diese Leistungen, wenn Sie es innerhalb von vier Wochen nach der Absage beantragen. Den Antrag auf Wohngeld stellen Sie bei der zuständigen Wohngeldbehörde der Gemeinde-, Stadt-, Amts- oder Kreisverwaltung.Vereinbaren Sie dazu am besten einen Termin beim Wohngeldamt, um den Antrag persönlich abzugeben. Das kann die Bearbeitung beschleunigen, da der Sachbearbeiter Sie direkt auf fehlende Angaben oder Unterlagen hinweisen kann. In der Regel beträgt die Bearbeitungsdauer zwischen drei und sechs Wochen.Nebenkosten: Was Sie als Mieter zahlen müssen und was nichtIn der Regel fließt der staatliche Zuschuss zwölf Monate lang (während der Corona-Pandemie zum Teil auch 18 Monate). Anschließend müssen Sie das Wohngeld neu beantragen. Tun Sie das am besten etwa zwei Monate vor dem Ende des Bewilligungszeitraums, damit Ihr Antrag rechtzeitig geprüft werden kann und Sie das Geld ohne Unterbrechung erhalten.Sollten Sie umziehen – egal, ob in eine andere Stadt oder nur in eine andere Wohnung –, müssen Sie einen neuen Erstantrag auf Wohngeld stellen.Sinkt die Anzahl der Haushaltsmitglieder, verringert sich die Miete um mehr als 15 Prozent oder steigt Ihr Einkommen um mehr als 15 Prozent, sind Sie verpflichtet, das der Wohngeldbehörde unverzüglich mitzuteilen.Andersherum sollten Sie einen Erhöhungsantrag stellen, wenn mehr Menschen in Ihrem Haushalt leben, die Miete um mehr als 15 Prozent steigt oder Ihr Einkommen um mehr als 15 Prozent sinkt.Kann ich Wohngeld online beantragen?In der Corona-Pandemie hat das Bundesinnenministerium die Wohngeldstellen angewiesen, das Verfahren zu vereinfachen. Seitdem können Berechtigte in einigen Ämtern den Antrag auch formlos per E-Mail oder am Telefon stellen. Flächendeckend ist ein digitaler Wohngeldantrag aber noch nicht möglich. Bund und Länder haben sich zum Ziel gesetzt, den Service spätestens bis Ende 2022 bundesweit anzubieten.Antragsformulare zum DownloadAber selbst wenn Sie den Antrag auf Wohngeld noch nicht online stellen können, ist es immerhin möglich, das Antragsformular online herunterzuladen, auszufüllen und auszudrucken. Nachfolgend finden Sie eine Übersicht nach Bundesländern.Antrag auf Wohngeld als Mietzuschuss in Baden-WürttembergAntrag auf Wohngeld als Mietzuschuss in BayernAntrag auf Wohngeld als Mietzuschuss in BerlinAntrag auf Wohngeld als Mietzuschuss in BrandenburgAntrag auf Wohngeld als Mietzuschuss in BremenAntrag auf Wohngeld als Mietzuschuss in HamburgAntrag auf Wohngeld als Mietzuschuss in HessenAntrag auf Wohngeld als Mietzuschuss in Mecklenburg-VorpommernAntrag auf Wohngeld als Mietzuschuss in NiedersachsenAntrag auf Wohngeld als Mietzuschuss in Nordrhein-WestfalenAntrag auf Wohngeld als Mietzuschuss in Rheinland-PfalzAntrag auf Wohngeld als Mietzuschuss im SaarlandAntrag auf Wohngeld als Mietzuschuss in SachsenAntrag auf Wohngeld als Mietzuschuss in Sachsen-AnhaltAntrag auf Wohngeld als Mietzuschuss in Schleswig-HolsteinAntrag auf Wohngeld als Mietzuschuss in ThüringenWelche Unterlagen muss ich beim Wohngeldantrag einreichen?Damit Ihr Wohngeldantrag vollständig ist, benötigen Sie neben dem amtlichen Antragsvordruck für den Miet- oder Lastenzuschuss weitere Unterlagen und Nachweise. Zusätzlich verlangt das Wohngeldamt:Mietbescheinigung, auszufüllen vom Vermieter (mit Angabe zu Größe und Baujahr des Wohnraums)Mietvertrag und MietquittungPersonalausweis oder ReisepassMeldebestätigungVerdienstbescheinigung, auszufüllen vom ArbeitgeberEinkommensnachweise (Ausbildungs- oder Arbeitsvertrag, Lohnabrechnungen)Je nach Ihrer familiären und finanziellen Situation können weitere Unterlagen nötig sein. Dazu zählen etwa:Steuerbescheid über die EinkommenssteuerNachweis über Vermögen und KapitalerträgeKontoauszügeUnterhaltsnachweisePflegegeldnachweisSchwerbehindertenausweisNachweis über Einnahmen aus Vermietung und VerpachtungBafög-BescheidBescheide über Kindergeld, Kinderzuschlag, ElterngeldLeistungsbescheid für Arbeitslosengeld oder KurzarbeitergeldRentenbescheideSchul- oder StudienbescheinigungDarlehensverträge mit ersichtlichen monatlichen BelastungenLebensversicherungenBausparverträge



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