Welche Frist gilt bei der Steuer?


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Auch Mieter können bestimmte Nebenkosten anteilig von der Steuer absetzen, die für eine handwerkliche Tätigkeit oder eine haushaltsnahe Dienstleistung angefallen sind.

Bei den meisten Mietern flattert die Nebenkostenabrechnung spätestens bis zum 31. Dezember ins Haus. Oft ist sie mit einer Nachzahlung verbunden. Aber steuerlich lässt sich in vielen Fällen etwas herausholen.

Betriebskosten: Steuerersparnis gilt auch nachträglich

Gut zu wissen: Auch, wenn die Steuererklärung 2022 längst abgegeben ist – die Steuerersparnis lässt sich auch noch zu einem späteren Zeitpunkt geltend machen, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet. Denn meistens gehe die Betriebskostenabrechnung erst spät im Folgejahr ein, die Frist für die Abgabe der Steuererklärung sei bis dahin allerdings verstrichen. Die Finanzämter würden daher in der Regel akzeptieren, dass die Steuerermäßigung erst für das Jahr beantragt wird, in dem der Mieter die Nebenkostenabrechnung auch erhalten hat, wie Jana Bauer vom Bundesverband Lohnsteuerhilfevereine laut des dpa-Berichts erklärt.

Frau prüft eine Rechnung am Schreibtisch
Viele Mieter fürchten die jährliche Nebenkostenabrechnung weil sie mit einer Nachzahlung verbunden sein kann. Doch steuerlich lässt sich in vielen Fällen etwas herausholen. © AntonioGuillem/Panthermedia/Imago

Welche Kosten lassen sich anteilig von der Steuer absetzen?

„Verbrauchsabhängige Kosten wie Gas, Wasser und Strom lassen sich leider nicht steuerlich absetzen“, wie die Lohnsteuerhilfe (Lohi) Bayern in einer Mitteilung grundsätzlich informiert hat. Aber es gebe zahlreiche andere Wohnnebenkosten, an denen Mieter oder Eigentümer gleichermaßen das Finanzamt beteiligen könnten. Deshalb lohne es sich, die Nebenkostenabrechnung genau unter die Lupe zu nehmen und einzelne Beträge den haushaltsnahen Dienstleistungen oder Handwerkerleistungen zuzuschlüsseln.

In die Steuererklärung gehören „alle Ausgaben, die für Reinigungs-, Wartungs-, Reparatur- oder Renovierungsarbeiten in der Wohnung, in Gemeinschaftseinrichtungen, am Haus, im Garten, am Grundstück oder angrenzenden Bürgersteig angefallen sind“, schreibt die Lohi. „Wurden die Kosten per Überweisung oder Lastschrift aus eigener Tasche beglichen, können sie steuerlich geltend gemacht werden.“ Dabei spiele es keine Rolle, ob eine Zahlung anteilig an den Vermieter oder an eine Firma geflossen sei.

Was sind Handwerker- und was haushaltsnahe Dienstleistungen?

Gerade in Mehrfamilienhäusern gebe es zahlreiche technische Anlagen, die regelmäßig überprüft und gewartet werden müssten, so zudem der Hinweis der Lohi Bayern. Außerdem würden die Pflege und Bewirtschaftung von Mietshäusern oftmals an externe Dienstleister vergeben werden, damit sich der Vermieter nicht laufend kümmern müsse. Solche Kosten lege der Vermieter „üblicherweise“ auf die Wohnparteien um. Welche Kosten sind gegebenenfalls anteilig absetzbar?

Zu den gängigsten Handwerkerleistungen zählen laut den Lohnsteuerexperten:

  • Schornsteinfeger
  • Dachrinnen- und Abflussrohrreinigung
  • Wartung von Aufzügen, Feuerlöschern und Rauchmeldern
  • Wartung der Elektro‐, Gas‐ und Wasserinstallationen
  • Austausch von Verbrauchsmessungszählern
  • Beseitigung von Graffitis
  • Weißeln vom Treppenhaus
  • Wärmedämmung und Fassadenanstrich
  • Beseitigung von Wasserschäden
  • Schönheitsreparaturen

Typische Beispiele für haushaltsnahe Dienstleistungen seien zudem folgende:

  • Hausmeister, Gärtner und Gebäudereinigungsdienste
  • Reinigung Treppenhaus und Gemeinschaftsräume
  • Rasen mähen, Hecke stutzen und Austausch von Pflanzen
  • Laubentfernung von Bürgersteig und Zufahrten
  • Winterdienst mit Räumen und Streuen von Gehwegen
  • Schimmelpilz- und Schädlingsbekämpfung

Sind solche oder ähnliche Aufwendungen in der Nebenkostenabrechnung aufgeführt, kann man den Kostenanteil mit der Steuererklärung geltend machen, wie die Experten erklären. Dabei kann man Kosten für 2022 auch noch in der Steuererklärung 2023 angeben, wie dpa berichtet.

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Wie hoch ist gegebenenfalls die Steuerersparnis?

„Nach dem Einkommensteuergesetz können von Handwerkerleistungen und haushaltsnahen Dienstleistungen jeweils 20 Prozent der Arbeitskosten einschließlich der Fahrt- und Maschinenkosten bis zu den jeweils gültigen Höchstbeträgen von der Einkommensteuer abgezogen werden“, erklärt die Lohi Bayern in ihrer Mitteilung grundsätzlich. „Für Handwerkerleistungen ist ein Steuervorteil von maximal 1.200 Euro pro Jahr, für haushaltsnahe Dienstleistungen von 4.000 Euro drin.“

Nicht abzugsfähig seien die Kosten für Material und Entsorgung. „Daher ist es bei der Rechnungslegung wichtig, dass die Kosten für Arbeitszeit, Anfahrt, Maschinennutzung und Verbrauchsmaterialien getrennt voneinander ausgewiesen werden. Nur dann erkennt sie das Finanzamt an“, teilt die Lohi zudem mit.



Quellenlink https://www.merkur.de/leben/geld/nebenkosten-abrechnung-mieter-steuererklaerung-frist-heizungskosten-hausmeisterkosten-geld-zr-92716035.html