Weihnachtsmärkte im Erzgebirge teils mit weniger Angeboten | Freie Presse


In Städten wie Annaberg, Schwarzenberg und Schneeberg wird es weniger Stände als zuletzt 2019 geben. Mancher Unternehmer fand erst kurz vorher Mitarbeiter für den Verkauf. Und da ist noch ein Problem – etwa beim Nougat.

Erzgebirge.

Für manchen war es ein Ringen bis kurz vor Schluss. Die Personalsuche für die Buden auf Weihnachtsmärkten im Erzgebirge stellt Unternehmer zunehmend vor eine Herausforderung. “Es war wirklich sehr schwierig, Leute zu finden”, sagt Philipp Walther, Inhaber von Walthers Waffelbäckerei. Für den Annaberger Weihnachtsmarkt, der am Freitag eröffnet wird, hat das bei ihm erst vor Kurzem geklappt. Das ist nicht jedem geglückt.

Gemeinsam mit Philipp Walthers Frau sichert nun ein Dreier-Team ab, dass bis 23. Dezember jede Menge frische Waffeln gebacken werden. Auch auf dem Freiberger Christmarkt ist das Chemnitzer Unternehmen dabei. Es kämpft aber noch mit anderen Schwierigkeiten als der Personalsuche, etwa was Rohstoffe betrifft. “Nougat ist zum Beispiel nur schwer lieferbar”, sagt Philipp Walther. Zutaten wie Zucker und Mehl seien teurer geworden. “Natürlich müssen wir unsere Kosten ein Stück weitergeben”, ergänzt er.

Walthers Waffelbäckerei belegt einen von 73 vergebenen Standplätzen auf dem Annaberger Weihnachtsmarkt. Das Ringen um Personal und andere Sorgen haben Auswirkungen. Im Vergleich zur letzten Auflage 2019 gibt es laut Stadtsprecherin Annett Flämig neun Buden weniger. “Der Personalmangel und auch Lieferverzögerungen bei den Rohstoffen bedingen einen Großteil der Absagen”, sagt sie.

Damit ist Annaberg kein Einzelfall. Mit 70 Ständen werden auch auf dem Schwarzenberger Weihnachtsmarkt vom 2. bis 11. Dezember weniger Beteiligte als 2019 vertreten sein, so Sprecherin Katrin Hübner. Wie viele genau, das bleibt unbeantwortet. Zwönitz meldet ebenso einen Rückgang bei den Hutzentagen von Freitag bis Sonntag. Mit 86 Gewerbetreibenden sind laut dem Beigeordneten Andy Kehrer etwa zehn Prozent weniger vertreten als 2019. Der Rückgang habe folgende Gründe: “Personalmangel, Gewerbeaufgabe durch Corona oder wegen Alters beziehungsweise Renteneintritt.”

Vom Kampf ums Personal weiß auch Martina Hübner, Geschäftsführerin der Annaberger Backwaren, ein Lied zu singen. Das Unternehmen ist in zehn Orten im Erzgebirge und darüber hinaus auf Weihnachtsmärkten vertreten. “Das sind etwas weniger als in Vorjahren”, sagt sie. “Die Märkte in der Region können wir glücklicherweise mit eigenen Mitarbeitern abdecken, die dafür auch Überstunden machen. Dazu erklären sich viele bereit, wofür wir dankbar sind”, erklärt Hübner. Für weiter entfernte Auftritte wie in Gera und Leipzig werde mit einer Zeitarbeitsfirma zusammengearbeitet. Doch bis vorige Woche sei noch nicht klar gewesen, ob alle Märkte besetzt werden können. Martina Hübner: “Das lässt eine normale planbare Arbeit im Hinblick auf die Weihnachtsmärkte kaum zu.”

Schwierig war die Belegung der Weihnachtsmarktbuden zum Teil auch in Schneeberg, wo von Freitag bis zum 22. Dezember zum Budenzauber eingeladen wird. Mitte November war die Planung noch nicht verbindlich abgeschlossen, “weil immer noch einige Händler zögerten”, wie Heidi Schmidt, Sachgebietsleiterin Tourismus und Wirtschaftsförderung, damals erklärte. Zuletzt wurde von etwa 25 Händlern beim Weihnachtsmarkt und weiteren 15 Ständen beim Lichtelfest ausgegangen – weniger als in Vorjahren. Absagen habe es zu 90 Prozent wegen Personalmangels gegeben. Geschäftsaufgaben und Schwierigkeiten bei der Beschaffung der Ware waren laut Schmidt weitere Gründe.

Es gibt aber auch Orte, in denen zwar Händler wechselten, das Angebot jedoch vergleichbar groß wie in Vorjahren ist. Das wird aus Stollberg gemeldet, wo 52 Beteiligte den Weihnachtsmarkt vom 2. bis 4. Dezember gestalten wollen. “Die kurze Öffnungszeit ist in diesem Punkt ein Vorteil. Dafür findet sich leichter Personal oder die Eigentümer können das selbst abdecken”, sagt Bärbel Raatz von der Dienstleistungsgesellschaft Stollberg. In Zschopau werden vom 2. bis 4. Dezember 21 Händler und Vereine – genauso viele wie zuletzt 2019 – vertreten sein. Ein ähnliches Bild zeigt sich trotz zweier Absagen wegen Personalmangels in Seiffen. Beim dortigen Weihnachtsmarkt wird es von Samstag bis zum 18. Dezember 30 Stände geben – damit blieb die Anzahl im Vergleich zu 2019 stabil.



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