Wann die Krankenkasse eine Schönheit-OP bei Rentnern übernimmt


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Von: Anika Zuschke

Einige Rentner wollen sich im Alter wieder jung fühlen – und legen sich deswegen unter das Messer. Zahlt die Krankenkasse anschließend für die Schönheits-OP?

Hamburg – Lieber alt werden als alt aussehen – diese „Lebensweisheit“ scheinen sich viele Rentner zu Herzen zu nehmen. Denn immer mehr ältere Menschen legen sich für ein frisches und vitales Aussehen unter das Messer. In den vergangenen Jahren lag so das Durchschnittsalter für Schönheits-OPs in Deutschland bei etwa 43 Jahren. Doch können Operationen dieser Art häufig sehr teuer werden. Da drängt sich die Frage auf: Zahlt die Krankenkasse eigentlich eine Schönheits-OP für Rentner?

Träger einer Krankenversicherung:Krankenkasse
Funktion:Krankenkassen übernehmen voll oder teilweise die Kosten für Therapien bei Krankheit, Mutterschaft, oft auch nach Unfall und sind Teil des jeweiligen Gesundheitssystems und der jeweiligen Sozialversicherung
Anzahl in Deutschland:96 (Stand: 01. Januar 2023)

Schönheitschirurgie: Zahlt die Krankenkasse Rentnern ihre Schönheits-OP?

Doktor Svenja Giessler zufolge geht es Rentnern mit dem Wunsch einer Schönheitsoperation weniger darum, wieder wie 30 auszusehen. Vielmehr wollten sie einen entspannten, vitalen und erholten Eindruck bei ihrem Umfeld hinterlassen. Das berichtet die Fachärztin auf der Website ihrer Praxis für Plastische und Ästhetische Chirurgie in München. „Ihr Äußeres soll ausdrücken, wie alt sie sich im Inneren fühlen“, heißt es dort. Deswegen seien die Eingriffe plastischer und ästhetischer Chirurgie bei Patienten über 65 Jahren in den vergangenen Jahren angestiegen.

Für viele Senioren geht mit der Rente das Leben erst richtig los – das möchte man natürlich mit einem möglichst frischen äußeren Erscheinungsbild widerspiegeln. Ältere Frauen legen sich in Deutschland deswegen öfter unter das Messer als Männer. Besonders beliebt seien dabei laut Doktor Giessler das Hals-Stirn-Facelift, die Lidstraffung sowie Brust-OPs – letzteres aber primär zur Verkleinerung von hängenden, schweren Brüsten. Für ältere Männer seien demnach die Lid- und Bauchdeckenstraffung die beiden beliebtesten Gründe, einem Schönheitschirurgen einen Besuch abzustatten. Es gibt übrigens auch einige Wege für Rentner, ihre Haut auf natürliche Weise gesund zu halten.

Keine medizinisch notwendigen Eingriffe – warum die Krankenkasse meist keine Schönheits-OPs bezahlt

Wie dem Begriff der Schönheits-OP bereits zu entnehmen ist, handelt es sich bei Operationen in der Kategorie meist nicht um medizinisch notwendige Eingriffe. Das wirkt sich auf die Kostenübernahme von gesetzlichen Krankenkassen aus. Denn handelt es sich um eine rein ästhetische Korrektur, übernehmen die Krankenkassen in der Regel keine Kosten des Eingriffes.

Geldscheine und Stempel mit Schönheits-OP und eine ältere Dame mit Sonnenbrille.
Wann übernimmt die Krankenkasse eigentlich die finanziellen Kosten einer Schönheits-OP bei Rentnern? (24hamburg.de-Montage) © Steinach/Addictive Stock/Imago

Im schlimmsten Falle zieht eine Schönheits-OP auch noch weitere notwendige Eingriffe und finanzielle Aufwendungen nach sich, wenn bei der Operation etwas nicht nach Plan gelaufen ist. Dann wird es für die betroffene Person richtig teuer, denn auch bei Anschluss-Eingriffen kann die gesetzliche Krankenkasse die Versicherten laut der Verbraucherzentrale zur Kasse bitten und das Krankengeld für die Dauer der Behandlung ganz oder teilweise zurückfordern. Um sich als Senior fit zu halten, gibt es auch einige Sportarten, die für Rentner besonders geeignet sind.

Schönheitschirurgie für Rentner: In welchen Fällen die Krankenkasse für die Kosten aufkommt

Die Krankenkasse erklärt sich erst dazu bereit, die Kosten für eine Schönheitsoperation zu übernehmen, wenn eine medizinische Notwendigkeit des Eingriffes besteht. Das kann beispielsweise bei einer angeborenen Fehlbildung der Fall sein – auch eine Brustverkleinerung kann unter diesen Term fallen. Denn nicht immer beruht der Wunsch nach einer Schönheits-OP lediglich auf der Sehnsucht einer optischen Veränderung.

Wenn sich bei Frauen mit großer Oberweite schmerzhafte Haltungsschäden aufgrund des Gewichts entwickeln oder sich Hauterkrankungen im Bereich der Hautfalten bilden, übernimmt die Krankenkasse im Einzelfall die hohen Kosten einer Brustverkleinerung. Das berichtet die Mannheimer Klinik für plastische Chirurgie auf ihrer Website. Demnach können auch schwere psychische Belastungen aufgrund des eigenen Äußeren mit einer Genehmigung der Krankenkasse einhergehen. Dafür muss allerdings auch ein psychologisches Gutachten vorliegen. Unter gewissen Umständen wird übrigens auch der Zahnersatz für Rentner von der Krankenkasse bezahlt.

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Zahlen Krankenkassen die Kosten einer Schönheits-OP für Rentner? Das muss geprüft werden

Alles in allem lässt sich zusammenfassen, dass jede Schönheits-OP in der Frage um die Kostenübernahme einen Einzelfall darstellt und bei der Vorlage von Attesten einer medizinischen Indikation von der Krankenkasse geprüft wird. Ob und in welchem Ausmaß die Krankenkasse dann tatsächlich für die Kosten aufkommt, variiert laut der Mannheimer Klinik von Fall zu Fall sehr.

Rentner sollten deswegen bereits vor dem Eingriff mit der jeweiligen Krankenkasse abklären, ob eine Kostenübernahme der Schönheitsoperation stattfindet. Dabei sei es laut Verbraucherzentrale hilfreich, wenn man sich direkt mit einer Stellungnahme der behandelnden Ärzte an die zuständige Krankenkasse wendet. Rentner können im Übrigen auch einen Zuschuss für die Krankenversicherung erhalten.



Quellenlink https://www.fr.de/verbraucher/wann-die-krankenkasse-eine-schoenheit-op-bei-rentnern-uebernimmt-zr-92048686.html?cmp=defrss