Ukraine erhält erste Gepard-Panzer aus Deutschland


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Von: Tobias Utz, Lukas Zigo

Die Lage im Ukraine-Krieg spitzt sich weiter zu – militärisch, humanitär und diplomatisch: der News-Ticker am Montag, 25. Juli.

+++ 19.10 Uhr: Fünf Monate nach dem russischen Angriff hat die Ukraine die ersten Flugabwehrpanzer des Typs Gepard aus Deutschland erhalten. „Heute sind offiziell die ersten drei Geparde eingetroffen“, sagte Verteidigungsminister Olexij Resnikow am Montag im ukrainischen Fernsehen.

Ukraine erhält im Juli erste Gepard-Panzer aus Deutschland
Ein Flakpanzer vom Typ Gepard fährt auf dem Truppenübungsplatz in Munster während der Informationslehrübung „Das Heer im Einsatz“ über das Gelände. Die Ukraine erhält im Juli die ersten 15 Flugabwehrkanonenpanzer Gepard aus Beständen der deutschen Industrie. © Maurizio Gambarini/dpa

Mit den drei Flugabwehrkanonenpanzern seien mehrere Zehntausend Schuss Munition übergeben worden, so Resnikow. Erwartet werden zwölf weitere Gepard-Panzer. Die Lieferung beruht auf einer Übereinkunft mit Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) vom Mai.

Ukraine-Krieg: Selenskyj entlässt nächsten hohen Beamten – Russische Soldaten foltern Zivilbevölkerung

+++ 17.15 Uhr: Nach den russischen Raketenangriffen auf den Hafen in Odessa am Schwarzen Meer sieht Moskau keine Hindernisse für den Export von Millionen Tonnen des ukrainischen Getreides. Die Raketen seien im militärisch genutzten Teil des Hafens eingeschlagen und damit in „bedeutender Entfernung“ von den Getreidesilos, sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow am Montag auf seiner Afrikareise in der Demokratischen Republik Kongo. Der Erfüllung der Vereinbarung von Istanbul vom Freitag stehe von russischer Seite nichts im Wege, sagte er. Zugleich machte Lawrow deutlich, dass es jederzeit wieder einen solchen Anschlag geben könne. Russland ist nach den Worten Lawrows in dem Abkommen von Istanbul keinerlei Verpflichtungen eingegangen, „die es uns verbieten würden, die militärische Spezialoperation fortzusetzen und die militärische Infrastruktur und andere militärische Ziele zu zerstören“. Russland nennt den Angriffskrieg gegen die Ukraine nur „militärische Spezialoperation“.

+++ 16.45 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den stellvertretenden Sekretär des Nationalen Sicherheitsrates Demchenko entlassen. Das geht aus einer Mitteilung auf der Website des Präsidenten hervor. Bislang ist unklar, was die Gründe dafür sind. Demnchenko setzte sich laut einem Bericht des Nachrichtenportals Kyiv Independent für die Unterzeichnung der sogenannten Charkiw-Verträge im Jahr 2010 ein. Diese sollen die illegale Annexion der Halbinsel Krim begünstigt haben. Dies lässt sich nicht unabhängig prüfen.

Selenskyj
Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine. © Ukrainian Presidential Press Office / Zuma Wire / Imago Images

+++ 15.00 Uhr: In Kiew wurde offenbar ein russischer Kollaborateur der russischen Streitkräfte verhaftet. Wie das Nachrichtenportal Kyiv Independent berichtet, soll der 41-Jährige seit April 2022 zahlreiche Fotos von Aufmarschrouten ukrainischer Truppen nach Moskau geschickt haben. Er wird laut Bericht beschuldigt, die Informationen über einen Kontakt in den besetzten Gebieten an Russland weitergegeben zu haben. Die Angaben sind nicht unabhängig prüfbar.

News zum Ukraine-Krieg: Offenbar 50 russische Munitionsdepots zerstört

+++ 14.00 Uhr: Ukrainische Streitkräfte haben laut Angaben von Verteidigungsminister Olexij Resnikow 50 russische Munitionsdepots mit US-Präzisionsraketen zerstört. „Das unterbricht deren Nachschub-Ketten und nimmt ihnen die Fähigkeit, Kämpfe aktiv zu führen und unsere Kräfte unter schweres Artillerie-Feuer zu nehmen“, sagte Resnikow im ukrainischen TV. Das belege den wachsenden Einfluss der aus den USA gelieferten mobilen Mehrfachraketenwerfer vom Typ „Himars“ auf die Kämpfe. Resnikows Angaben sind nicht unabhängig prüfbar.

+++ 12.15 Uhr: Laut Angaben der ukrainischen Geheimdienstes kommt in Cherson auch die berüchtigte Berkut-Bereitschaftspolizei in der russischen Armee zum Einsatz. Diese solle nun den Widerstand in besetzten Gebieten, wie Cherson, brechen, heißt es in einem Lagebericht. Dies lässt sich allerdings nicht unabhängig prüfen. Die einst dem Innenministerium der Ukraine unterstellten Berkut-Einheiten waren im Jahr 2014 an der Niederschlagung von pro-europäischen Protesten in der Ukraine beteiligt. Nach der Flucht des prorussischen Präsidenten Viktor Janukowitsch löste die Regierung in Kiew sie auf. Auf der von Russland illegal annektierten Krim war die Spezialeinheit allerdings weiterhin willkommen.

+++ 11.00 Uhr: Was die Menschenrechtsorganisation „Human Rights Watch“ berichtet (s. Update v. 10.15 Uhr), bestätigt auch der ukrainische Sicherheitsdienst. Das Nachrichtenportal Kyiv Independent berichtet von Folter der russischen Truppen gegenüber der Zivilbevölkerung. Das betrifft laut Bericht vor allem das Gebiet Cherson. „Die Opfer sind psychologischem Druck, Gewalt und Todesdrohungen ausgesetzt“, erklärte der Sicherheitsdienst der Ukraine am Montag. Die Angaben sind nicht unabhängig prüfbar.

News zum Ukraine-Krieg: Russische Soldaten foltern Zivilisten

+++ 10.15 Uhr: Russische Truppen foltern und entführen die Zivilbevölkerung in den besetzten Gebieten Cherson und Saporischschja. Zu diesem Schluss kommt die Menschenrechtsorganisation „Human Rights Watch“ in einem Bericht. Darin heißt es, dass russische Soldaten in den Regionen „Zivilisten gefoltert, unrechtmäßig festfenommen und gewaltsam verschwinden“ haben lassen. Kriegsgefangene seien in der Ukraine zahlreichen Foltermethoden ausgesetzt.

+++ 09.30 Uhr: Einer Einschätzung des britischen Verteidigungsministeriums zufolge steht Russland vor dem Dilemma, entweder „Ressourcen für die Offensive im Osten der Ukraine bereitzustellen oder die Verteidigung im Westen zu verstärken“. Das Ministerium identifizierte dem Lagebericht nach auch eine Einrichtung zur Umrüstung und Aufarbeitung von Militärfahrzeugen mit mindestens 300 beschädigten Fahrzeugen in der russischen Oblast Belgorod. Dies ist jedoch nicht unabhängig prüfbar.

News zum Ukraine-Krieg: Schwere Gefechte im Donbass

+++ 08.45 Uhr: Im Donbass kommt es offenbar weiterhin zu schweren Gefechten. Das erklärte die ukrainische Regierung in Kiew am Montagmorgen,. Insbesondere östlich und südöstlich des Ballungsraums zwischen den Städten Slowjansk und Kramatorsk (Oblast Donezk) kommt es demnach zu Auseinandersetzungen der Armeen. „Der Gegner führt einen Angriff unweit von Spirne, die Kampfhandlungen halten an“, teilte der ukrainische Generalstab in seinem Lagebericht mit. Dies lässt sich nicht unabhängig prüfen.

+++ 08.00 Uhr: Der ukrainische Generalstab hat Zahlen zu den russischen Verluste im Ukraine-Krieg veröffentlicht. Demnach sind bereits fast 40.000 Soldaten gefallen.

News zum Ukraine-Krieg: Russland baut wohl Freiwilligenbataillone auf

Erstmeldung vom Montag, 25. Juli, 07.00 Uhr: Kiew/Moskau – Das US-Thinktank „Institute for the Study of War“ (ISW) geht davon aus, dass der Kreml weiterhin regionale Freiwilligenbataillone aufbaut. Laut ISW nutzt Russland „die Rekrutierungsbemühungen privater Militärfirmen, um Kampfkraft zu generieren“, und stellt fest, dass die Wagner-Gruppe aktiv für den Einsatz in der Ukraine rekrutiert. Die ISW berichtet auch, dass die russischen Streitkräfte Bodenangriffe nordwestlich von Sloviansk, östlich von Siverk, südlich von Bakhmut und in der Oblast Cherson durchgeführt haben. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig prüfen. (tu mit dpa/AFP)



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