Streit um App-Store: Musk erklärt Apple den “Krieg”


Stand: 29.11.2022 07:45 Uhr

Twitter-Besitzer Musk droht, dass er gegen Apple “in den Krieg ziehen” werde. Der Vorwurf: Der US-Technologie-Riese wolle den Onlinedienst aus dem App-Store entfernen. Außerdem übe Apple Kontrolle über Inhalte aus.

Der neue Twitter-Besitzer Elon Musk heizt den Konflikt mit dem iPhone-Konzern Apple weiter an. In einer Serie von Tweets stellte der Tech-Milliardär zuerst die Frage in den Raum, ob Apple die Redefreiheit in Amerika hasse – da das Unternehmen seine Werbung bei Twitter nach dem Verkauf der Plattform an ihn weitgehend eingestellt habe. Er warf Apple Zensur und den Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung vor.

Dann behauptete er, Apple habe ohne Angabe von Gründen gedroht, die Twitter-App aus dem App Store zu entfernen: “Sie weigern sich, uns zu sagen warum”, schrieb Musk auf Twitter. Er fügte seiner Aussage ein Meme hinzu, das ein Auto mit der Aufschrift “Elon” zeigt und eine Autobahnausfahrt in Richtung “den Krieg erklären” nimmt. Dieses Meme ist inzwischen nicht mehr auffindbar.

“Revolution gegen Online-Zensur”

Seine Tweets gegen Apple bezeichnete der Milliardär als “Revolution gegen die Online-Zensur in Amerika”. Der Tesla-Chef will unter anderem die Inhaltsmoderation auf Twitter lockern.

Vor kurzem ließ Musk das gesperrte Twitter-Konto von Donald Trump und weitere umstrittene Twitter-Profile wieder einrichten, darunter die Konten des Psychologen Jordan Peterson und der konservativen Parodie-Seite “Babylon Bee”, die sich über Transgender lustig gemacht hatten.

Werbeeinnahmen seit Übernahme eingebrochen

Die Plattform hat früheren Angaben von Musk zufolge einen massiven Rückgang beim Umsatz erlitten, der zu 90 Prozent auf Werbung beruht. Der Milliardär machte dafür Aktivisten verantwortlich, die Druck ausgeübt hätten.

Seit der Übernahme mit einem Volumen von 44 Milliarden Dollar haben eine ganze Reihe von Unternehmen von Audi of America bis General Mills ihre Werbung auf Twitter eingestellt oder ruhen lassen. Apple hat der Werbeforschungsfirma Pathmatics zufolge zwischen dem 10. und 16. November 131.600 Dollar für Werbung auf Twitter ausgegeben. Vom 16. bis zum 22. Oktober – die Woche, bevor Musk den Kauf von Twitter abschloss – waren es noch 220.800 Dollar.

Keine Stellungnahme von Apple

Eine Stellungnahme von Apple lag zunächst nicht vor. Der Konzern forciert regelmäßig die Umsetzung seiner Regeln für Inhalte. Dies hat etwa zur Entfernung der Apps Gab und Parler aus dem Online-Angebot geführt, die bei Konservativen in den USA beliebt sind.

Parler kehrte zurück, nachdem die Macher nach eigenen Angaben die Inhalte angepasst und die Kontrollstrukturen überarbeitet hatten.



Quellenlink https://www.tagesschau.de/wirtschaft/unternehmen/musk-apple-101.html