Schülerin blieb stehen: Ausfälle beim Schülertransport nach Freiberg | Freie Presse


Am Gymnasium Brand-Erbisdorf hat ein Mädchen vergeblich auf den Bus gewartet. Das ist kein Einzelfall. Zudem mangelt es an Informationen über Ausfälle bei Regiobus.

Freiberg.

Normalerweise kommt die 15-jährige Tochter von Nicolle Möller gut mit dem Bus der Freiberger Stadtbus-Linie B nach Unterrichtsschluss vom Cottagymnasium in Brand-Erbisdorf zu ihrem Wohnort im Freiberger Ortsteil Zug. Vorausgesetzt, der Bus fährt wie laut Plan 15.22 Uhr los. Doch am vergangenen Donnerstag kam um die Uhrzeit kein Bus an die Haltestelle.

Weil der nächste auf der Linie erst eine Stunde später fährt, hatte die Kreiselternratschefin von Mittelsachsen ihre Tochter mit dem Auto abgeholt, um deren weitere Termine am Nachmittag noch einhalten zu können. Vorab über den Ausfall informiert wurden weder Schüler, Eltern noch die Schulleitung. Auf die Nachfrage der Mutter bei Regiobus in Freiberg wurde ihr erklärt, dass es ,,zurzeit Probleme mit den Fahrern” gebe und somit nicht mehr alle Linien bedient werden könnten. Das Cottagymnasium sei zwar von Regiobus darüber informiert worden, “dass ab und zu Linien ausfallen können, jedoch nicht, wann und wo”. Auch im Internet habe sie keinen Hinweis auf den Ausfall der Stadtbus-Linie erhalten.

Bei einem Elternabend hat Nicolle Möller nun erfahren, dass dies kein Einzelfall ist. Vielmehr hätten mehrere Eltern berichtet, dass weitere Buslinien in Freiberg genauso wie die besagte Linie B von Ausfällen betroffen waren. Eine Folge: Termine, wie Nachhilfeunterricht, Vereinsaktivitäten oder Arztbesuche können nicht eingehalten werden. “Die Nerven vor allem der Eltern jüngerer Schüler werden strapaziert, wenn die Kinder nicht zur gewohnten Zeit nach Hause kommen und sie nicht wissen, wo das Kind ist”, sagte die Elternvertreterin. Zugleich wird seit Schuljahresbeginn mit Einführung des Bildungstickets in Mittelsachsen ein deutlich höherer Elternanteil für die Schülerbeförderung verlangt, aber “der Service ist unterirdisch schlecht”. Es müssten Lösungen gefunden werden, dass Kinder sicher und ohne Übersteigen der zulässigen Wartezeiten von der Schule nach Hause kommen.

Die Unternehmensleitung von Regiobus Mittelsachsen ließ Nachfragen der “Freien Presse” zu dem geschilderten Fall bis Montagabend unbeantwortet. Aber auf der Webseite des Transportunternehmens findet sich ein Hinweis zur Erklärung für die Ausfallerscheinungen, von denen am Montag beziehungsweise in den nächsten Tagen insbesondere die Stadtverkehre in Burgstädt, Döbeln und Flöha sowie mehrere Plus-Bus-Linien betroffen waren und sind. Demnach komme es in Folge der Covid-19-Pandemie derzeit zu einer hohen Anzahl von Ausfällen beim Fahrer-Personal. “Wir sind daher gezwungen, unser Fahrplanangebot temporär einzuschränken”, heißt es.



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