Ricarda Lang will nachts nicht mehr in Görlitzer Park



Der Görlitzer Park in Berlin ist wieder in den Schlagzeilen. Im ARD-Sommerinterview hat sich nun auch die Grünen-Chefin Ricarda Lang dazu geäußert.

Im ARD-Sommerinterview hat sich die Vorsitzende der Grünen, Ricarda Lang, zum Kriminalitätsbrennpunkt Görlitzer Park in Berlin-Kreuzberg geäußert. In einer Schnellfragerunde zum Ende des offiziellen Gespräches fragte Journalist Matthias Deiß sie, ob sie sich derzeit traue, nachts alleine durch den Görlitzer Park zu gehen. “Im Moment nicht, nein”, lautet die kurze Antwort der 29-Jährigen.

Vergangene Woche war bekannt geworden, dass in dem Park eine Gruppe von Drogenhändlern ein Pärchen zunächst überfallen und ausgeraubt haben soll. Dabei soll ein 27-Jähriger verletzt und zu Boden gebracht worden sein. Anschließend sollen mehrere Männer die 27-jährige Freundin des Mannes vergewaltigt haben. Die Polizei nahm daraufhin einen 22-jährigen Tatverdächtigen fest. Mehr dazu lesen Sie hier.

Görlitzer Park: Brennpunkt für Kriminalität

Die Grünanlage gilt bereits seit langem als Brennpunkt von Drogenkriminalität, Diebstahl, Bedrohungen und anderen Delikten. Schon im Jahr 2019 sagte die damalige Bezirksbürgermeisterin Monika Hermann (Grüne) laut “Tagesspiegel” auf die Frage, die nun Lang gestellt wurde: “Ich gehe in Berlin durch gar keine Parks, ich weiß ja nicht, wie Sie das handhaben, aber das ist mir als Frau zu gefährlich”.

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner kündigte indes Gespräche mit Innensenatorin Iris Spranger (SPD), der Polizeiführung und dem Bezirk an. Der Görlitzer Park werde auch Thema bei einem Sicherheitsgipfel Anfang September, sagte der Regierungschef. Mit Polizei, Feuerwehr und Verfassungsschutz solle diskutiert werden, wie Sicherheitsbehörden gestärkt und die Sicherheitslage verbessert werden könnten. Ziel sei ein Maßnahmenpaket.

Park einzäunen und nachts schließen?

Auch Polizeipräsidentin Barbara Slowik äußerte sich. Nötig seien etwa “tragfähige Konzepte für Beleuchtung, Müllentsorgung, Toiletten, Spielplätze, um den Görli als für alle sichere Grünanlage zu nutzen”. Sie plädierte für Sportmöglichkeiten, Gastronomie und Sozialarbeit für die Drogen- und Obdachlosenszene.

“Sicher würde es zumindest uns als Polizei helfen, den Park vergleichbar dem Flugfeld Tempelhof einzuzäunen und die Zugänglichkeit des Parks zeitlich zu beschränken, indem man ihn nachts verschließt”. Zugleich zeigte sie sich skeptisch. Es fehle am Konsens zur Nutzung des Parks.



Quellenlink https://www.t-online.de/region/berlin/id_100216244/brennpunkt-in-berlin-ricarda-lang-will-nachts-nicht-mehr-in-goerlitzer-park.html