Rewe-Tochter baut „stille Stunde“ im Supermarkt weiter aus


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Von: Robin Dittrich

Die österreichische Rewe-Tochter Billa führt in einer weiteren Filiale die „stille Stunde“ ein. Diese soll mindestens einer Bevölkerungsgruppe zugutekommen.

Kassel/Wien – Billa ist ein österreichischer Supermarkt und seit 1996 Teil der Rewe Group. Bereits im Jahr 2021 wurde in einigen Filialen in Wien, Graz und Neusiedl am See die „stille Stunde“ eingeführt. In Linz soll sich das Konzept in weiteren Filialen bewähren.

SupermarktBilla
Gründung1953
Mutter-UnternehmenRewe Group
Teil seit1996
Filialen in ÖsterreichÜber 1100

Rewe-Group-Tochter Billa führt in weiteren Supermärkten die „stille Stunde“ ein

Die „stille Stunde“ hat sich bei Billa in den letzten Jahren bewährt. Eingeführt wurde sie bereits Ende 2021 und soll dazu dienen, die Zeit im Supermarkt vor allem für Autisten erträglicher zu machen. Alleine 80.000 bis 90.000 Autisten sollen in Österreich leben. Charakteristisch für autistische Menschen sind Defizite in der sozialen Kommunikation und Interaktion. Dazu kommen begrenzte, sich wiederholende Verhaltensmuster, Interessen und/oder Merkmale – das schreibt MSD Manual.

Bei der österreichischen Supermarkt-Kette Billa wird die „stille Stunde“ immer weiter ausgebaut.
Bei der österreichischen Supermarkt-Kette Billa wird die „stille Stunde“ immer weiter ausgebaut. © CHROMORANGE/Imago (Symbolbild)

Wie der Supermarkt Billa zur „stillen Stunde“ angibt, leiden Autisten zudem häufig unter einer hohen Lärm- und Lichtempfindlichkeit. „Es ist uns ein großes Anliegen, dass sich alle Kunden bei uns willkommen und wohlfühlen – auch Kunden, die beim Einkauf mehr Ruhe brauchen, wie zum Beispiel Menschen im Autismus-Spektrum“, sagte Sandra Edelmann, Diversity & Inclusion Managerin der Rewe Group. In der einen Stunde am Tag soll es diesen Menschen deutlich erleichtert werden, in Ruhe ihren Einkauf zu erledigen, ohne mit Reizen überflutet zu werden. Währenddessen findet sich Billa-Mutter Rewe in einigen Preiskämpfen wieder.

Das bedeutet die „stille Stunde“ bei Rewe-Group-Tochter Billa

Konkret heißt die „stille Stunde“, dass zwischen 16 und 17 Uhr in der Filiale in Linz möglichst wenig Lärm produziert werden soll. Diese Vorgabe richtet sich einerseits an Kunden, aber auch der Supermarkt sorgt dafür, dass sich die gesetzten Reize in Grenzen halten. In der einen Stunde wird keine Musik gespielt, zudem werden keine Durchsagen getätigt, auch die Lichtstärke wird heruntergefahren. Wem das Licht dann noch immer zu hell ist, kann sich kostenfrei Sonnenbrillen ausborgen.

Gestartet ist das Projekt der „stillen Stunde“ Ende 2021 im 4. Wiener Gemeindebezirk. „Wir sind gespannt, wie dieses Angebot angenommen wird und freuen uns sehr, einmal mehr auf ganz individuelle Bedürfnisse unserer Kunden einzugehen“, sagte Billa Vertriebsdirektor Hermann Weiß damals. Die Mitarbeiter wurden vor der Umsetzung im Umgang mit Autisten geschult, damit unter anderem der körperliche Kontakt vermieden wird, der „für autistische Personen herausfordernd sein kann.“ In letzter Zeit machte Billa-Mutter Rewe sonst häufiger mit Mogelpackungen auf sich aufmerksam.



Quellenlink https://www.merkur.de/verbraucher/billa-rewe-tochter-baut-stille-stunde-supermarkt-aus-autismus-oesterreich-92285753.html