Recep Tayyip Erdogan wirft EU „Entfernung“ von der Türkei vor


Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat der Europäischen Union vorgeworfen, bewusst auf Abstand zur Türkei zu gehen. „Die EU versucht, sich von der Türkei zu entfernen. Wir werden die Lage selbst bewerten und es kann sein, dass auch wir eine andere Richtung einschlagen werden“, sagte Erdogan am Samstag vor seinem Abflug nach New York, wo er in der kommenden Woche an der Generaldebatte der UN-Vollversammlung teilnehmen wird.

EU-Erweiterungskommissar Oliver Varhelyi hatte Anfang September bei einem Besuch in Ankara Fortschritte der Türkei in Sachen Demokratie und Rechtsstaatlichkeit eingefordert und gesagt, die Verhandlungen über einen EU-Beitritt des Landes befänden sich an einem „toten Punkt“.

EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei liegen seit 2016 auf Eis

Die Türkei hatte 1999 den Beitritt zur Europäischen Union beantragt. Die 2005 aufgenommenen Beitrittsverhandlungen liegen seit Ende 2016 auf Eis. Nach der Niederschlagung eines Putschversuchs in der Türkei im Juli 2016 und einem anschließenden massiven Vorgehen gegen die Opposition im Land hatten sich die Beziehungen zwischen Ankara und Brüssel massiv verschlechtert.

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Die EU-Staaten müssten eine Wiederaufnahme der Beitrittsgespräche einstimmig beschließen. Unter anderem wegen der Spannungen zwischen der Türkei und den Mitgliedsländern Griechenland und Zypern gilt dies allerdings als schwierig.



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