Niemand will insolventen Lieferdienst Yababa kaufen


Erste Gewinne waren angeblich in Sichtweite, dennoch hat sich für den Berliner Lieferdienst Yababa bisher kein Käufer gefunden. Nun droht die endgültige Schließung.

Yababa lieferte türkische und arabische Lebensmittel an die Haustür. Yababa.

Yababa lieferte türkische und arabische Lebensmittel an die Haustür. Yababa.
Yababa

Die Hoffnungen auf eine Rettung des kriselnden Lieferdiensts Yababa waren groß. „Alle Beteiligten sind bemüht, eine Fortführung des Unternehmens zu erreichen“, sagte Insolvenzverwalter Niklas Lütcke noch Anfang Februar zu Gründerszene. Doch die Käufersuche blieb bislang erfolglos, es zeichnet sich die endgültige Pleite ab. „Vermutlich wird der Geschäftsbetrieb abgewickelt werden müssen“, teilte Lütcke nun per E-Mail mit. In den kommenden Tagen soll das Verfahren offiziell eröffnet und damit die verbliebenen Assets wie etwa Software und Lagerzubehör veräußert werden. Damit verschwindet wohl ein weiteres Liefer-Startup vom Markt.

Wette auf unbesetzte Nische

Yababa hat Ende 2021 angefangen, orientalische Lebensmittel binnen zwei Stunden auszuliefern ­– zu einer Zeit, in der Gorillas und Flink weitaus schneller ihre Kunden bedienten. Später änderte Yababa sein Zeitkonzept und lieferte erst einen Tag nach Bestelleingang aus. Üblicherweise verbrennt dieses Modell weniger Kapital, da nicht nur der Bedarf an Lebensmitteln, sondern auch die Auslieferungen geplant werden können.

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Über 13 Millionen Euro steckten bekannte VCs in das Berliner Startup und nahmen damit eine bisher unbesetzte Nische ins Visier. Eine neue Finanzierungsrunde Anfang 2023 sollte das Wachstum des Online-Supermarkts befeuern. Noch im Januar gab sich Yababa optimistisch, ging sorglos in die PR-Offensive. Doch das Investment scheiterte in letzter Minute, wie Gründerszene erfuhr. In der Folge ging es für Gründer und CEO Ralph Hage zum Amtsgericht: Er stellte einen Insolvenzantrag.

Yababa reiht sich in Pleite-Liste ein

Das Unternehmen reiht sich damit ein in eine ganze Liste von Lieferdiensten, die in den vergangenen Monaten in die Krise geraten sind. Zuerst traf es im August 2022 den Anbieter Frischepost, im Februar folgte neben Yababa der Berliner Anbieter Dropp, für den sich ebenfalls kein Käufer fand. Ende März meldete sich zudem noch der Öko-Lieferdienst Alpakas zahlungsunfähig.

Die Gründe sind von Unternehmen zu Unternehmen zwar verschieden, die Ursache hingegen ist in Fällen dieselbe. Der Beginn des Ukraine-Kriegs verbunden mit der Inflation und den steigenden Zinsen hat viele Startups in eine prekäre Lage gebracht. Investoren waren in den letzten Monaten nicht mehr gewillt, höchst verlustreiche Unternehmen zu finanzieren. Dazu gehörten vor allem Lieferdienste.



Quellenlink https://www.businessinsider.de/gruenderszene/food/lieferdienst-yababa-wird-wohl-abgewickelt/