Messerattacken in Zügen und Bahnhöfen – eine Chronologie


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Tödliche Messerattacken wie in Brokstedt (Foto) sind schon lange kein Einzelfall mehr.
Tödliche Messerattacken wie in Brokstedt (Foto) sind schon lange kein Einzelfall mehr. © Jonas Walzberg/dpa

Die tödliche Messerattacke in Brokstedt (Schleswig-Holstein) weckt Erinnerungen. Mit Messern bewaffnete Gewalttäter haben in Zügen oder an deutschen Bahnhöfen schon einige Male Menschen angegriffen.

Brokstedt/Kiel – Bei dem Messerangriff von Brokstedt (Schleswig-Holstein) sind zwei Menschen am Mittwoch (25. Januar) getötet und sieben verletzt worden. Der 33-jährige Angreifer kam nach Angaben der Polizei mit leichten Verletzungen ins Krankenhaus. Lesen Sie hier, was über die tödliche Attacke im Regionalzug bekannt ist. Ein vergleichbar schweres Gewaltverbrechen in einem Zug wie die tödliche Messerattacke am Mittwoch hat es laut Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen (parteilos) in Schleswig-Holstein noch nicht gegeben, berichtet die Nachrichtenagentur dpa. In den letzten Jahren kam es immer wieder zu ähnlichen Vorfällen. Eine Chronologie:

  • Herzogenrath, Mai 2022: Bei einer Messerattacke in einer Regionalbahn erleiden vier Fahrgäste nicht lebensgefährliche Verletzungen. Mehrere Fahrgäste überwältigen den aus dem Irak stammenden Täter. Hinweise auf einen Terrorismus oder eine religiöse Radikalisierung gibt es nicht. Im Januar 2023 ordnet das Landgericht Aachen die Unterbringung des 35-Jährigen in einem psychiatrischen Krankenhaus an.
  • Bayern, November 2021: In einem ICE, der gerade zwischen Regensburg und Nürnberg unterwegs ist, verletzt ein 27-Jähriger vier Männer mit einem Messer teils schwer. Im Dezember 2022 wird der in Syrien aufgewachsene, palästinensische Täter zu 14 Jahren Haft verurteilt. Das Gericht geht von einem radikal-islamistischen Hintergrund aus. Die Verteidigung legt Revision ein.
  • Rommerskirchen, März 2021: Ein 25-Jähriger sticht in einer Regionalbahn im Rhein-Kreis Neuss auf einen 16-Jährigen ein. Der Jugendliche wird schwer verletzt. Davor war der Täter bei einer Kontrolle im Zug ohne Fahrschein erwischt worden. Im Oktober 2021 erhält der drogenkranke Pole eine Haftstrafe von acht Jahren.
  • Aschaffenburg, April 2017: In einem ICE verletzt ein 43-Jähriger Mitreisende mit einem Messer am Hals. Polizisten und Bundeswehrsoldaten überwältigen den stark alkoholisierten Angreifer. Im November 2017 verurteilt das Landgericht Aschaffenburg den angeklagten Niederländer zu acht Jahren Haft. Anzeichen für einen terroristischen Hintergrund gibt es nicht.
  • Würzburg, Juli 2016: In einem Regionalzug geht ein 17-Jähriger mit Axt und Messer auf Fahrgäste los und verletzt vier von ihnen. Auf der Flucht greift er noch eine Passantin an. Polizisten erschießen den afghanischen Flüchtling, der sich in einem Video als Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat bezeichnet hat.
  • München, Mai 2016: Am S-Bahnhof Grafing sticht ein 27-Jähriger um sich, tötet einen Menschen und verletzt drei. Der gebürtige Hesse kommt nach einem Urteil des Münchner Landgerichts II vom August 2017 dauerhaft in die Psychiatrie.

(dpa)



Quellenlink https://www.merkur.de/deutschland/messerattacken-zuegen-und-bahnhoefen-faelle-chronologie-92049571.html?cmp=defrss