Mann bekommt Strafzettel, obwohl Parkautomat kaputt ist


  1. Startseite
  2. Lokales
  3. Bad Tölz
  4. Wackersberg

Ein Wackersberger ärgert sich über eine Verwarnung am Parkplatz am Lehrbienenstand. Der Zweckverband, zuständig für die Kontrolle, gibt ihm sogar Recht.

Wackersberg – Strafzettel an der Windschutzscheibe, obwohl der Parkscheinautomat kaputt war: Über diese Kombination ärgerte sich der Wackersberger Peter Zauner. Er spricht von „reiner Abzocke“. Auf Rückfrage unserer Zeitung räumen in diesem Fall sogar die Verkehrsüberwacher vom Tölzer Zweckverband Kommunale Dienste ein, dass die Sache „ein bisschen unglücklich gelaufen“ sei.

Parkautomat funktioniert nicht: Wackersberger bekommt trotzdem Strafzettel

Seine Verwarnung erhielt Peter Zauner am 8. September auf dem Parkplatz am Lehrbienenstand in Wackersberg. Sein Fahrzeug hatte er dort schon am Tag zuvor abgestellt, wie er schildert. Die fällige Parkgebühr von 4 Euro pro Tag hätte er auch gern entrichtet – allein: Der Parkautomat war defekt.

Dies vermerkte der Wackersberger auf einem Zettel, den er in sein Fahrzeug legte. „An diesem Tag habe ich keinen Strafzettel erhalten“, so Zauner. Als er später zurück zum Parkplatz gekommen sei, habe er vor Ort einen Mitarbeiter des Zweckverbands und einen Techniker gesehen. Repariert worden sei der Parkscheinautomat aber offenbar nicht.

Wanderparkplatz am Lehrbienenstand: Ein Wackersberger kassierte dort einen Strafzettel und ist verägert.
Wanderparkplatz am Lehrbienenstand: Ein Wackersberger kassierte dort einen Strafzettel und ist verägert. © Arndt Pröhl

(Unser Bad-Tölz-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alle wichtigen Geschichten aus Ihrer Region. Melden Sie sich hier an.)

So habe der Automat auch bis zum Ende des Folgetags nicht funktioniert. Zauner war daher überrascht, als er am 8. September trotzdem ein Knöllchen bekam, als er wieder dort parkte. Der Grund: Eigentlich hätte der Fahrer in diesem Fall eine Parkscheibe in sein Auto legen müssen, um zu beweisen, dass er die Höchstparkdauer nicht überschritt. „Mir war das nicht bekannt, da dies nicht in der Fahrschulausbildung vermittelt wurde und die entsprechende Information auf dem Automaten selbst nur sehr klein und ohne das übliche Hinweisschild angegeben war“, verteidigt sich Zauner.

Betroffener räumt ein: „Mir ist bewusst, dass Unwissenheit nicht vor Strafe schützt“

Der Wackersberger räumt ein: „Mir ist bewusst, dass Unwissenheit nicht vor Strafe schützt.“ Dennoch kritisiert er die Vorgehensweise der Parküberwachung. „Das Kontrollieren des Parkplatzes, obwohl bekannt ist, dass der Automat nicht funktioniert, scheint darauf hinzuweisen, dass die Unwissenheit der Bürger ausgenutzt wird.“ Da gelte wohl die Devise: „Unabhängig von der Funktionsfähigkeit des Automaten: Wir werden unser Geld bekommen.“

(Besuchen Sie uns auf Facebook: www.facebook.com/toelzer.kurier)

Er persönlich sei sich keiner Schuld bewusst, da es hier keinen Unterschied mache, ob nun eine Parkscheibe im Auto liege oder nicht. Der Paragraf, auf den im Verwarnungsschreiben Bezug genommen wird, „hat nur dann einen Sinn, wenn der Parkplatz eine zeitliche Beschränkung von unter 24 Stunden aufweist, um anderen Parkplatzsuchenden die Möglichkeit zu geben, einen Stellplatz zu finden“, so Zauner. „Dies ist hier jedoch nicht der Fall, da auch 24-Stunden-Tickets erworben werden können.“

Zweckverband gibt zu: „In diesem Fall macht die Parkscheibe wenig Sinn“

Dieser Argumentation folgt Thorsten Preßler, Außendienstleiter beim Zweckverband Kommunale Dienste. „In diesem Fall macht die Parkscheibe wirklich wenig Sinn.“ Diese Information sei so eigentlich auch an die Parküberwacher rausgegangen. Auch wenn der Autofahrer es „nach den Buchstaben des Gesetzes falsch gemacht“ habe, wäre der Zweckverband bei der Prüfung des Vorgangs vermutlich zu dem Schluss gelangt, es bei einer Verwarnung ohne Verwarnungsgeld zu belassen. Zauner hätte dann also nicht zahlen müssen.

Allerdings: „Diese Chance ist uns genommen worden“, bedauert Preßler. Als ein Beschwerdebrief des Wackersbergers beim Zweckverband eintraf, da sei die Überweisung auch schon eingegangen. „Damit ist der Fall rechtlich abgeschlossen.“ Eine Rückerstattung sei nicht möglich. Zauner muss sich damit zufriedengeben, dass die Parküberwacher ihm inhaltlich recht geben. (ast)

Noch mehr aktuelle Nachrichten aus der Region finden Sie auf bei Merkur.de/Bad Tölz.



Quellenlink https://www.merkur.de/lokales/bad-toelz/wackersberg-ort72335/parkautomat-strafzettel-zweckverband-kommunale-dienste-oberland-thorsten-pressler-92545833.html