Löwen furios


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Von: Markus Katzenbach

So sehen Sieger aus: Die Löwen fegen über die Roosters hinweg.
So sehen Sieger aus: Die Löwen fegen über die Roosters hinweg. © IMAGO/Beautiful Sports

Auch dank Jungstar Dominik Bokk siegen die frischen Frankfurter souverän gegen Iserlohn.

Die Fans der Frankfurter Löwen brüllten die letzten Sekunden herunter. Drei, zwei, eins – dann brach Jubel aus in der Eissporthalle am Ratsweg, und dann war es geschafft. Mit dem 5:2 (1:0, 3:1, 1:1) gegen die Iserlohn Roosters vor 5046 Zuschauenden feierte Frankfurt den ersten Heimsieg seit der Rückkehr in die erste Klasse des deutschen Eishockeys, zwölf Jahre nach der Insolvenz der Lions-Vorgänger – nicht zuletzt dank Jungstarstürmer Dominik Bokk, der zwei Tore beisteuerte. Insgesamt war es der zweite Sieg im dritten Spiel, nach dem verblüffend erfolgreichen Auftakt in Wolfsburg eine Woche zuvor: Die Mission Klassenerhalt lässt sich für den Aufsteiger gut an.

Der erste Puck war eine Viertelstunde später als geplant aufs Eis gefallen, die Gäste aus dem Sauerland hatten bei der Anreise im Stau gestanden. Dafür waren beide Mannschaften dann flott auf Betriebstemperatur, in einem rasch intensiven Ringen. Verteidiger Reece Scarlett, der in den ersten beiden Partien die meiste Eiszeit verbuchende Löwe, musste angeschlagen vom Hallenumlauf zuschauen, wie sich die Kollegen ohne in schlugen. Dafür stand Stürmer Ryon Moser erstmals im Kader. Zudem hatte Fleming David Elsner und Magnus Eisenmenger die Plätze tauschen lassen, bemerkenswert daran: Mit Bokk und Eisenmenger standen so zwei von drei für einen vollen Kader vorgeschriebenen U-23-Spieler, andernorts oft eher Lückenfüller, prominent in den ersten beiden Sturmreihen.

Auch Eisenmenger machte seine Sache gut, ebenso wie Verteidiger Daniel Wirt als dritter junger Frankfurter auf dem Eis. Herausragend unter allen Löwen aber war zumindest in den ersten 20, 30 Minuten der im ersten Sturm neben NHL-Veteran Carter Rowney und Brenda Randford auftrumpfende Bokk. Der 22-jährige Schweinfurter war es, der die das Spiel da gerade immer mehr in den Griff bekommenden Löwen nach zwölf Minuten in Führung brachte, mit einem trockenen Schuss aus halbrechter Position im ersten Überzahlspiel.

Bestwert in der ganzen DEL

Und er traf nach vier Minuten des zweiten Drittels zum zweiten Mal an diesem Abend, wie schon im ersten Heimspiel am vergangenen Sonntag gegen Bremerhaven – zusammen mit drei Vorlagen der siebte Scorerpunkt in drei Spielen, Bestwert in der DEL.

Gegen Bremerhaven hatten die Löwen nach einem 3:0 allerdings noch 3:4 verloren, so etwas sollte ihnen nicht wieder passieren. Den Iserlohner Anschlusstreffer durch Eric Cornel (32.) konterte Rylan Schwartz 38 Sekunden später, mit der Schlusssirene des zweiten Drittels erhöhte Kapitän Reid Mc Neill auf 4:1. Die Iserlohner trafen noch einmal durch Colin Ugbekile (49.), Brendan Ranford (59.) fand spät ihr leeres Tor, das war es.

Von „drei ganz wichtigen Punkten für uns“ hatte Sportdirektor Franz-David Fritzmeier vorher gesprochen, gerade weil es gegen vermeintliche Konkurrenz im Kampf um den Klassenerhalt ging. Dass sie am Ratsweg tatsächlich verbucht werden konnten, lag vor allem an einer sehr geschlossenen, engagierten und konzentrierten Mannschaftsleistung. Es hatte aber auch hatte auch mit dem Coup zu tun, der ihm im Sommer mit der Verpflichtung Bokks gelungen war. Lockmittel für das früh gehypte Supersturmtalent: die Chance auf mehr Eiszeit und mehr Verantwortung – für den nächsten Schritt in der Karriere.

Das lässt sich gut an, am Sonntag (14 Uhr) geht es in Berlin weiter. Bange ist diesen Löwen nicht.



Quellenlink https://www.fr.de/sport/loewen-furios-91808982.html?cmp=defrss