Liveticker: Fischsterben in der Oder | NDR.de – Nachrichten


Stand: 15.08.2022 17:57 Uhr

Tausende tote Fische treiben in der Oder. Die Einsatzkräfte in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern sind alarmiert, die Suche nach der Ursache läuft. In diesem Liveticker finden Sie alle aktuellen Meldungen.



17:53 Uhr
– Schwerin

Live um 18 Uhr: Update in Nordmagazin Land und Leute

 

NDR Fernsehen Mecklenburg-Vorpommern



16:40 Uhr
– Ückermünde, Vorpommern-Greifswald

Landrat Sack: Landkreis Vorpommern-Greifswald vorbereitet

Der Landkreis Vorpommern-Greifswald sei bislang vom Artensterben in der Oder nicht betroffen, sagte Landrat Michael Sack (CDU) in Ueckermünde. An der Ostseeküste auf Usedom herrschten “beste Badebedingungen”, so Sack. Sollte es allerdings notwendig werden, sei der Landkreis vorbereitet. Man stehe mit der Landesregierung in Schwerin und den derzeit betroffenen Regionen in Brandenburg und Polen in ständigem Austausch.



15:45 Uhr
– Gartz, Nordbrandenburg

Fischsterben “Super-GAU für die Oder”

In Gartz im Norden Brandenburgs (Uckermark), sind die von Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) angekündigten Ölsperren bereits installiert. Sie sollen verhindern, dass toter Fisch aus der Oder in das Stettiner Haff oder in die Ostsee gelangt. Beim Einrichten der Sperren half neben der Feuerwehr Gartz auch die Freiwillige Feuerwehr Penkun (Vorpommern-Greifswald). Der stellvertretende Leiter des Nationalparks Unteres Odertal, Dirk Treichel, spricht von einem “Supergau für die Oder” und “einer Katastrophe für das gesamte Ökosystem”. Denn Treichel zufolge würden derzeit nicht nur Fische, sondern auch Muscheln und anderes Kleintier verenden. Für Dienstag sei eine große Aktion Freiwilliger Feuerwehren und des Technischen Hilfswerks geplant, bei der die in den Ölsperren gesammelten Fische entsorgt werden sollen, so Treichel.



15:22 Uhr
– Rostock

Sauerstoff, pH-Wert, Salzgehalt: Wenn das Gleichgewicht gestört ist

Die Ursache wird weiter untersucht, klar ist bislang nur, dass verschiedene Wert wie Sauerstoffgehalt, pH-Werte und Salzgehalt der Oder aus dem Gleichgewicht geraten sind. Welche Auswirkungen dies auf Lebewesen in der Oder habe sei unklar, erklärt Pauline Damer, Meeresbiologin beim BUND Rostock. So sei es möglich, dass ein hoher ph-Wert im Oderwasser dazu führe, dass Ammonium sich in Ammoniak umwandle. Dies schädige beispielsweise Fischkiemen, führe bei sehr hoher Konzentration aber auch zum Tode. Übersteige der Salzgehalt der Oder einen gewissen Wert, könnten die an Süßwasser angepassten Fische schlimmstenfalls innerlich austrocknen. Ein zu hoher Sauerstoffgehalt sollte laut Damer eigentlich kein Problem darstellen. Andere Gase aber könnten sich in den Fischkapillaren anlagern. Einzige Hoffnung derzeit sei ein steigender Wasserpegel. Dadurch könnten Schadstoffe verdünnt und so mögliche Auswirkungen auf das Haff und die Ostsee minimiert werden.

 

 

VIDEO: NDR MV Live: Fischsterben in der Oder geht weiter (7 Min)



15:05 Uhr
– Mönkebude

Gesundheitsministerium MV rät vom Baden im Stettiner Haff ab

Die Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern rät nach dem massiven Fischsterben in der Oder für mehrere Badestellen des Stettiner Haffs vom Baden ab. Dabei handele sich einer Sprecherin des Schweriner Gesundheitsministeriums zufolge um eine Vorsichtsmaßnahme. Derzeit gilt die Warnung für die Badestellen Altwarp Dorf, Altwarp Siedlung, Bellin, Grambin, Mönkebude, Ueckermünde und Vogelsang, aber auch Rieth am Neuwarper See. Die Warnhinweise sind wurden demzufolge im Internet auf der Badewasserkarte veröffentlicht.



15:05 Uhr
– Mönkebude

Kontakt mit Haff-Wasser vermeiden

Der direkte Kontakt mit dem Wasser solle demnach vermieden werden. Bei möglichem Kontakt rät das Ministerium außerdem betroffene Körperstellen gründlich zu reinigen. Besonders Wassersportler seien zur besonderen Vorsicht aufgerufen. Haus- und Nutztiere sollen ebenfalls vom Wasser ferngehalten werden und weder aus dem Gewässer trinken, noch in ihm baden. Der Landkreis Vorpommern-Greifswald sowie das Landesumweltministerium hatten bereits zuvor empfohlen, auf Angeln und Fischen oder die Entnahme von Wasser zu verzichten.



15:00 Uhr
– Altwarp

Noch keine toten Fische im Stettiner Haff

Derzeit gibt es noch keine Hinweise, dass tote Fische aus der Oder bis ins Stettiner Haff gespült worden sind. Hinweise aus Polen, dass der hochgiftige Stoff Mesitylen in die Oder gelangt sei, haben sich laut dem dortigen Umweltministerium für Brandenburg nicht bestätigt.

VIDEO: Fischsterben: Bisher keine toten Tiere nach MV gelangt (3 Min)



14:25 Uhr
– Stettin

Deutschland und Polen planen gemeinsame Taskforce

Mit einer gemeinsamen Taskforce wollen Deutschland und Polen die Ursachen für das massive Fischsterben im Grenzfluss Oder ermitteln. Brandenburgs Ministerpräsident Woidke hatte Polen zuvor für dessen spärliche Informationen im Zusammenhang mit dem rätselhaften Fischsterben in der Oder kritisiert. Quecksilber ist nach polnischen Angaben nicht die Todesursache der Fische. Was hinter der Umweltkatastrophe steckt, ist immer noch unklar. Festgestellt wurde nach offiziellen Angaben ein erhöhter Sauerstoffgehalt in dem Fluss. Ölsperren sollen verhindern, dass sich Fischkadaver im Stettiner Haff ausbreiten, wie das Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommerns mitteilte.



12:32 Uhr
– Frankfurt/Oder

Woidke: Kritik an polnischer Regierung

Wegen des rätselhaften Fischsterbens in der Oder wächst in Deutschland der Unmut über die spärlichen Informationen aus Polen. “Das lief nicht, wie es sein müsste”, sagte Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke vor einem Besuch am Ort der Umweltkatastrophe. Der SPD-Politiker machte sich am Montag bei Lebus nördlich von Frankfurt an der Oder ein Bild der Lage



11:54 Uhr
– Stettin

Umweltministerin Lemke: “gravierende Umweltkatastrophe”

Die Auswirkungen der Umweltkatastrophe lassen sich noch nicht abschätzen, sagte Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne) nach einem Treffen mit ihren Umtskolleginnen und -kollegen aus Polen, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern.

AUDIO: Fischsterben in der Oder – Lemke trifft Amtskollegin aus Polen (4 Min)

 

Weitere Informationen

MV-Umweltminister Till Backhaus (SPD) in Stettin. © NDR Foto: NDR

“Wir wissen eigentlich noch gar nichts”, sagte MV-Umweltminister Backhaus mit Blick auf die Ursache des Oder-Fischsterbens. Ein Treffen in Stettin sollte mehr Aufklärung bringen.
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Ivonne Tannhäuser, freiwillige Helferin, holt zwei tote und schon stark verweste Fische aus dem Wasser des deutsch-polnischen Grenzflusses Oder. © picture alliance/dpa Foto: Patrick Pleul

Die Behörden in Mecklenburg-Vorpommern sind in Alarmbereitschaft. Es wird geraten, aufs Angeln und Fischen zu verzichten.
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