Landkreise werden bei Unterbringung kreativ


  1. Startseite
  2. Bayern

Erstellt:

Von: Tanja Kipke

Unterkünfte für Geflüchtete sind in Bayern Mangelware. Die Zahl der Zuwanderer steigt, Landkreise werden bei der Unterbringung immer kreativer.

München – In Bayern verzweifeln die Landkreise. In vielen Regionen fehlen Unterkünfte für Flüchtlinge. Ende 2022 haben in Bayerns Asylunterkünften rund 169.000 Menschen gelebt, die Zahlen steigen. Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sieht das „als echtes Problem“. Man stoße an die Grenzen der Aufnahmefähigkeit, viele Landkreise stellen daher wieder zusätzliche Container auf.

(Übrigens: Unser Bayern-Newsletter informiert Sie über alle wichtigen Geschichten aus dem Freistaat. Melden Sie sich hier an.)

Flüchtlinge in Bayern: Landkreise werden bei Unterbringung kreativ

Als der Ukraine-Krieg im März 2022 begann, war die Hilfsbereitschaft für Geflüchtete groß. Auch bei der Unterbringung halfen viele zusammen, die Menschen boten teilweise ihre eigene Wohnung an. Mittlerweile konnten zahlreiche Geflüchtete in eine eigene Wohnung ziehen, aber nicht alle. Außerdem kommen immer wieder Flüchtlinge in Bayern an, nicht nur aus der Ukraine.

Bayerische Landkreise versuchen wieder zusätzliche Container für Geflüchtete aufzustellen, sie stoßen derzeit an die Grenzen der Aufnahmefähigkeit.
Bayerische Landkreise versuchen wieder zusätzliche Container für Geflüchtete aufzustellen, sie stoßen derzeit an die Grenzen der Aufnahmefähigkeit. © Armin Weigel/dpa/Archiv

Da Unterkünfte derzeit Mangelware sind, werden die Landkreise kreativ. In Freising kommen 250 Flüchtlinge in einem ehemaligen Krankenkassen-Bürogebäude unter, in Weilheim will man ein Firmengelände nutzen. Auch Turnhallen werden wieder zu Notunterkünften umgebaut. In Ebersberg will der Landrat Zelte aufstellen, da das Sparkassengebäude bereits voll ist.

Unterkunft im Hotel: Geflüchtete statt Urlauber

Im „Landhotel Miethaner“ (Landkreis Regen) zum Beispiel leben seit Kriegsbeginn Ukrainerinnen und ihre Kinder. Eigentlich hätten die Geflüchteten nach einem halben Jahr wieder rausgesollt, der Mietvertrag wurde dann auf unbefristete Zeit verlängert. „Man kann diese Menschen nicht sitzen lassen“, erklärt die Hotelbesitzerin dem BR.

Es sei eine gute Gemeinschaft entstanden, sie wolle niemanden vor die Tür setzen. Inzwischen seien die 20 Zimmer, die teils mit Küchen ausgestattet sind, als kleine Wohnungen an 16 Erwachsene mit 14 Kindern und einem Baby vermietet. Die Besitzerin hilft bei Behördenbriefen und Arztterminen. „Immer nur zu sagen, das geht mich nichts an – davon wird die Welt nicht besser.“ 

Auch zahlreiche Ferienwohnungen wurden im letzten Jahr zu Unterkünften umfunktioniert. Dennoch reicht es aktuell vorne und hinten nicht, um allen einen Platz zu geben.

CSU-Fraktionschef will Flüchtlingsobergrenze ändern: „Auf Dauer wesentlich zu viel“

Der CSU-Fraktionschef im bayerischen Landtag, Thomas Kreuzer, hat eine Obergrenze von 200.000 Flüchtlingen pro Jahr als zu hoch bezeichnet. „Die Obergrenze von 2000.00 haben wir erreicht. Ich bin der Auffassung, dass das auf Dauer wesentlich zu viel ist. Das können wir nicht verkraften“, sagte Kreuzer vergangene Woche am Rande der Klausurtagung der CSU-Landtagsfraktion in Kloster Banz bei Bad Staffelstein (Landkreis Lichtenfels).

Die Geflüchteten aus der Ukraine seien dabei noch gar nicht berücksichtigt. Die Oberbürgermeister müssten bereits Hotels anschreiben, um Aufnahmekapazitäten zu schaffen. Das Problem sei zu lange nicht ernst genommen worden. Jetzt stehe man vor der Situation, die Leute nicht mehr aufnehmen zu können. (tkip/dpa)

Alle Nachrichten aus ganz Bayern lesen Sie immer bei uns. News und Geschichten aus dem Freistaat sind nun auch auf unserer brandneuen Facebook-Seite Merkur Bayern zu finden.



Quellenlink https://www.merkur.de/bayern/gefluechtete-fluechtlinge-bayern-buerogebaeude-container-hotels-landkreise-suche-unterkunft-92047772.html?cmp=defrss