Krankenkassen-Vergleich: Die besten gesetzlichen Krankenkassen


Versicherung als Bausatz


(Foto: Getty Images)

Düsseldorf Die Stimmung unter den gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) in Deutschland ist gereizt, denn den Kassen geht das Geld aus. Die Berechnung des Schätzerkreises beim Bundesamt für Soziale Sicherung dient als Grundlage für die Festlegung des durchschnittlichen Zusatzbeitragssatzes.

Ihm gehören Fachleute des Bundesministeriums für Gesundheit, des Bundesamts für Soziale Sicherung sowie des GKV-Spitzenverbands an. Er rechnet für das kommende Jahr mit einer Finanzierungslücke von 17 Milliarden Euro. „Die Branche spürt nun mit der systembedingten Zeitverzögerung das Ergebnis der Gesetze von Jens Spahn“, sagt Thomas Adolph, Geschäftsführer der Kassensuche GmbH.

Der ehemalige Bundesgesundheitsminister Spahn (CDU) hatte den Krankenkassen einerseits zusätzliche Leistungen aufgebürdet, sie andererseits aber verpflichtet, ihre Rücklagen anzuzapfen. „Das Finanzloch hat strukturelle Ursachen und resultiert vor allem aus teuren Gesetzen der Vergangenheit“, sagte Jens Baas, Chef der Techniker Krankenkasse, jüngst in einem Interview in der „Rheinischen Post“.

Für ihn gilt es, die Verschwendung im System zu stoppen und dafür zu sorgen, dass der Bund die Gesundheitskosten für Hartz-IV-Empfänger übernimmt. „Besonders ärgerlich ist, dass die hinter uns liegende Zeit mit guter Konjunktur nicht für Reformen genutzt wurde“, sagt der TK-Chef.

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Gesetzliche Krankenkasse 2023: Werden die Beiträge für jeden Versicherten teurer?

Der aktuelle Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) zwingt die Kassen, Rücklagen aufzulösen, um einen Teil des erwarteten Defizits auszugleichen. Parallel dazu hat der Bundestag beschlossen, zum Jahreswechsel den durchschnittlichen Zusatzbeitrag in der gesetzlichen Krankenversicherung um 0,3 Prozentpunkte von 1,3 Prozent auf 1,6 Prozent anzuheben – eine neue Rekordhöhe.

Für die rund 74 Millionen Kassenmitglieder in Deutschland wird ihre Krankenversicherung damit allerdings nicht zwangsläufig teurer. Das Handelsblatt hat bei den derzeit leistungsstärksten Krankenkassen nachgefragt, wie sie ihre Beiträge und Angebote zum 1. Januar 2023 anpassen wollen.

Ergebnis: Noch warten die Kassen mit der Entscheidung. Die weit überwiegende Mehrheit verweist auf einen ausstehenden Beschluss ihres Verwaltungsrates – der sich fast ausnahmslos erst kurz vor Weihnachten mit dem Thema befassen will.

TK-Chef Baas verspricht allerdings: „Wir werden weiterhin günstiger als der Durchschnittssatz sein.“ Und auch die Handelskrankenkasse (HKK) lässt verlauten: „Aufgrund der hohen Wirtschaftlichkeit der HKK wird unser Zusatzbeitrag mit hoher Wahrscheinlichkeit auch 2023 der günstigste aller deutschlandweiten Krankenkassen sein.“

Methodik des Ratings

Versicherte können höhere Kosten für ihre Krankenversicherung verhindern, wenn sie zu einer Kasse wechseln, die günstiger ist als ihre jetzige. Aktuell verlangt die HKK mit 15,29 Prozent den deutschlandweit günstigsten Satz. Gegenüber dem Vorjahr haben die Hanseaten ihre Beiträge jedoch um 0,3 Prozentpunkte angehoben. Das zeigt das aktuelle Qualitätsrating der gesetzlichen Krankenkassen, das das Deutsche Finanz-Service Institut (DFSI) exklusiv für das Handelsblatt erstellt hat.

Krankenkassen-Vergleich: Nicht nur der Preis entscheidet beim Wechsel

Die Auswertung zeigt aber auch, dass Versicherte bei einem Wechsel nicht allein auf den Preis schauen sollten. Auch das Leistungsangebot der neuen Kasse muss zu ihren Bedürfnissen passen. Gerade bei den freiwilligen Zusatzleistungen gibt es große Unterschiede.

Das hat das DFSI herausgearbeitet und dafür die Beitragssätze und Angebote von 69 gesetzlichen Krankenversicherungen verglichen. Zusätzlich haben die Experten Service und Finanzkraft auf den Prüfstand gestellt. Wer die Top-Anbieter sind und was sie in Bezug auf Leistung und Service zu bieten haben, stellen wir auf den folgenden Seiten vor.

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Erstpublikation: 16.11.22, 12:55 Uhr.



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