Italien vor den Wahlen – Gute Aussichten für Rechtspopulistin Giorgia Meloni


Italien wählt am Sonntag ein neues Parlament. Giorgia Meloni und ihre Partei “Fratelli d’Italia” könnten gemeinsam mit anderen Rechten die Regierung stellen. In allen Umfragen sei “Fratelli d’Italia” die erste Partei, sagt Tonia Mastrobuoni, Korrespondentin der italienischen Zeitung “La Repubblica” in Deutschland.

Seit einer Woche dürften vor der Wahl keine neuen Umfragen mehr veröffentlich werden, aber jeder bekomme inoffizielle Ergebnisse über Whatsapp von Freunden und Kollegen, erzählt Mastrobuoni. Dort gewinne die Partei sogar noch dazu. Sie erwarte deshalb, dass die “Fratelli d’Italia” bei 25 bis 30 Prozent der Stimmen liegen könne, sagt die Journalistin.

Ambivalenz im Wahlkampf

Meloni habe in ihrer Wahlkampagne versucht, eine gewisse Ambivalenz zu halten, so Mastrobuoni. Allerdings habe sie rechtsextreme Parolen und ein Vokabular benutzt, das beispielsweise in Deutschland inakzeptabel wäre.

“Sie hat von ‘ethnischem Austausch’ gesprochen.” Oder von “internationalen Wucherern”, ein Vokabular, das dem von Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban gleiche, wenn er gegen den US-Milliardär George Soros wettere, so Mastrobuoni. “Das ist ein neuer Antisemitismus.” Meloni spreche auch von “Gender-Ideologie” und verwende damit ein Vokabular der extremen Rechte.

Andererseits sage Meloni auch vor der internationalen Presse, dass sie keine neuen Schulden machen wolle. Da versuche sie auch, die Märkte zu beschwichtigen. Aber ihre “rechte Geisteshaltung” mache schon Angst, sagt die Journalistin. Meloni sei von einem postfaschistischen Milieu geprägt, in dem die Politikerin aufgewachsen sei. Einige ideologische Ansätze habe sie nie hinter sich gelassen.

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