„Europäische Utopie“: Zuliefer-Boss warnt vor Verbrenner-Rückzug


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Von: Marcus Efler

Schaeffler gehört zu den bedeutendsten Zulieferern der Autobranche. Sein Chef Klaus Rosenfeld warnt vor einem überstürzten Schwenk zur Elektromobilität.

Wenn es um wichtige Teile für Autohersteller in aller Welt geht, kommt man an Schaeffler nicht vorbei. Die Firma mit Stammsitz in Herzogenaurach gehört neben Bosch, ZF und Continental zu den ganz großen Playern. Wie der gesamten Branche macht ihr der Umschwung zur Elektromobilität zu schaffen – und plant etwa den Abbau von 1.300 Stellen. „Aktuell bauen wir vor allem Bereiche zurück, die Teile für Verbrennungsmotoren entwickeln und herstellen“, sagte der Vorstandsvorsitzende Klaus Rosenfeld in einem Interview mit der Welt am Sonntag.

„Schwerer Fehler“: Zuliefer-Boss warnt vor Rückzug aus Verbrenner-Technik

Der Schriftzug „Schaeffler“ steht auf einer Stehle vor der Zentrale des Unternehmens.
Der Autozulieferer Schaeffler steht bei der Transformation zur E-Mobilität vor Herausforderungen. © Daniel Karmann/dpa

Rosenfeld stellt das Unternehmen auf die neuen Zeiten ein, warnt aber vor einem zu schnellen Umschwung. „Ich bin davon überzeugt, dass man größere Transformationen nicht in einem Rutsch hinkriegt, sondern nur in Schritten. Wir haben in den letzten Jahren immer wieder Strukturen angepasst“, sagte der 56-Jährige: „Das Verbrennergeschäft wirft im Moment das Geld ab. Ich würde nicht auf die Idee kommen, es zu verkaufen. Wer den Mitarbeitern in dem Bereich das Gefühl gibt, dass sie nicht mehr gewünscht sind, macht einen schweren Fehler.“

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Zuliefer-Boss Rosenfeld will Verbrenner nicht gegen E-Autos eintauschen

Scheffler-Chef Klaus Rosenfeld
Scheffler-Chef Klaus Rosenfeld bremst die Elektro-Euphorie. (Symbolbild) © Sepp Spiegl/Imago

Beim Thema Elektromobilität versucht Rosenfeld die derzeitige Euphorie zu dämpfen: „Es ist eine europäische Utopie zu glauben, dass die Leute in naher Zukunft überall elektrisch fahren werden. Im globalen Süden wird man noch lange Verbrenner brauchen“.

Außerdem seien weltweit etwa 1,5 Milliarden Autos auf der Straße, die Schaeffler mit Ersatzteilen beliefert: „Dieser Umsatz wird irgendwann sicherlich abnehmen. Wir pushen daher die Investitionen ins E-Mobilitäts-Geschäft. Aber wir stehen auch bereit, um den Verbrenner effizienter zu machen. Das eigentliche Ziel ist es ja nicht, Verbrenner gegen Elektroautos einzutauschen, sondern den CO2-Ausstoß zu senken.“

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Auch auf Wasserstoff ruhen die Hoffnungen des Zulieferers. In Herzogenaurach entsteht ein Kompetenzzentrum für „den Energieträger mit Zukunft, auch wenn seine Nutzung noch Zeit braucht“, so Rosenfeld in der Welt am Sonntag.



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