„Es kommt nahezu täglich zu Störungen“


In Zeiten der Energiekrise fühlt sich jeder Stromausfall wie ein Vorzeichen größerer Probleme an – Stichwort Blackout. Stromnetz Berlin weiß diesen Eindruck zu entkräften.

8,3 Minuten - so lange dauerte statistisch gesehen ein Stromausfall in jedem Berliner Haushalt im Jahr 2021. Die Anzahl der Störungen sei rückläufig, versichert Stromnetz Berlin

8,3 Minuten – so lange dauerte statistisch gesehen ein Stromausfall in jedem Berliner Haushalt im Jahr 2021. Die Anzahl der Störungen sei rückläufig, versichert Stromnetz Berlindpa Themendienst

In der Nacht zum Mittwoch mussten rund 1400 Haushalte und 80 Gewerbeflächen in Berlin-Spandau kurzfristig ohne Strom auskommen. Am Vortag waren sogar 7000 Haushalte im Nordosten Berlins von einem ähnlichen Stromausfall betroffen. Der Netzbetreiber, Stromnetz Berlin, ging von einem Kabelfehler bzw. von einer Beschädigung der unterirdischen Kabel durch eine andere Firma aus. Viele fragen sich jedoch: Ob die Blackout-Propheten Recht haben?

Stromnetz Berlin weiß den aufdringlichen Eindrücken statistische Daten entgegenzustellen. Ein oder zwei Stromausfälle fänden zwar schnell mediale Beachtung und seien unangenehm für einige Berlinerinnen und Berliner, gibt der Sprecher Olaf Weidner zu. Aber es gebe keine Anhäufung von Stromausfällen. Ganz im Gegenteil: „Die Anzahl der Störungen im Berliner Stromnetz ist in den letzten Jahren rückläufig“, so Weidner. Im Jahr 2018 blieb jeder Berliner Haushalt statistisch gesehen zum Beispiel noch 13,89 Minuten lang ohne Strom; 2021 schon nur noch 8,3 Minuten.

Stromnetz Berlin: „Auch die beste Technik kann versagen“

In beiden oben genannten frischen Fällen wurde das Problem nur in wenigen Stunden behoben. In Spandau sogar in einer Stunde. Stromnetz Berlin investiere kräftig in Modernisierung und Instandhaltung des Netzes sowie in neue Anlagen, erzählt der Vertreter des Netzbetreibers. Durch die Automatisierung und Digitalisierung in der Mittelspannung werde man auch immer schneller bei der Wiederversorgung, wenn es zu einem Stromausfall komme. „Dass es aber nahezu täglich zu Störungen kommt, das betonen wir seit vielen Jahren“, so der Vertreter von Stromnetz Berlin. Die meisten seien aber sehr gering und werden so schnell behoben werden, dass kaum jemand sie merke.

„Aber auch die beste Technik kann versagen“, bemängelt Weidner. Man lebe schließlich in einer 3,7 Millionen-Einwohner-Metropole mit intensiver Bautätigkeit. Ob durch Fremdbeschädigungen (20-30 Prozent aller Störungen), durch eine physikalische Rückwirkung aus anderen Netzebenen, wie z. B. aus dem Übertragungsnetz der Firma 50 Hertz) oder durch den Ausfall eigener Kabel oder Schalter – Störungen gebe es und habe es immer gegeben. Man kümmere sich in den Fällen um eine schnelle Wiederversorgung der Kunden. „Eine Häufung oder einen Trend zum Anstieg von Störungen gibt es in Berlin auch derzeit nicht“, betont Weidner.

Auch die Bundesnetzagentur bescheinigt dem Berliner Verteilungsnetzbetreiber eine besonders gute Effizienz beim Betreiben des Stromnetzes: Deutschlandweit dauerten die Stromausfälle mit 13,91 Minuten pro Haushalt 2018 und 12,20 Minuten im Jahr 2021 noch länger als in der Hauptstadt.

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