Droht dem Twitter-Ersatz des Ex-Präsidenten bereits das Aus?


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Von: Sandra Kathe

Im Februar startete mit Truth Social Donald Trumps eigene Social-Media-Plattform. Doch die „Wahrheit“ bereitet dem Ex-Präsidenten bereits erste Probleme.
Im Februar startete mit Truth Social Donald Trumps eigene Social-Media-Plattform. Doch die „Wahrheit“ bereitet dem Ex-Präsidenten bereits erste Probleme. © Stefani Reynolds/AFP

Mit der App Truth Social wollte Donald Trump nach seiner Twitter-Sperre eine Plattform für seine Fans schaffen. Nun droht dem Netzwerk wohl ein finanzielles Desaster.

Palm Beach – Die Geschichte der Social-Media-App von Ex-Präsident Donald Trump beginnt mit einem Versprechen: „Follow the Truth“, der Wahrheit folgen können Benutzer:innen der neuen Twitter-ähnlichen Kurznachrichtenplattform, und zwar im übertragenen genau wie im wörtlichen Sinne. Denn so wie der Republikaner nach seinem kommunikativen Zutun zum Tag der Kapitolerstürmung nicht mehr auf seiner geliebten Kommunikationsplattform Twitter sein durfte, so sollten auch seine Anhänger:innen der milliardenschweren Plattform die kalte Schulter zeigen. Und stattdessen über „Truth Social“ eben einer Trump-Firma Geldsegen bescheren.

Doch der Plan scheint nicht aufzugehen. Medienberichten zufolge könnte die im Februar 2022 herausgebrachte App sogar die nächste große Pleite in Trumps langer Unternehmerlaufbahn werden. Im Schatten der FBI-Ermittlungen gegen den abgewählten US-Präsidenten wegen einbehaltener Geheim-Dokumente und dem damit verbundenem Spionage-Verdacht geraten auch die App und das dazugehörige Unternehmen, die Trump Media & Technology Group, unter Druck.

Trump-Unternehmen mit Problemen: Medien berichten über hohe Schulden bei Truth Social

So berichtete die US-Nachrichtenplattform Fox Business am Donnerstag (25. August) etwa über Schulden in Höhe von 1,6 Millionen US-Dollar, die das Trump-Unternehmen angeblich beim politisch rechts orientierten Onlinedienst RightForge haben soll. Laut inoffiziellen Informationen aus Unternehmenskreisen sollen seit März seitens Truth Social keine Rechnungen an den Hosting-Service mehr bezahlt worden sein.

Auch eine geplante Partnerschaft mit dem Wirtschaftsunternehmen Digital World Acquisition Corp. könnte für das Trump-Unternehmen auf der Kippe stehen, wie neben Fox Business auch die US-Zeitung Washington Post berichtet. Zwischen den beiden Unternehmen hatte es zuletzt Pläne gegeben, die Firma hinter Truth Social zu übernehmen und an die Börse zu bringen.

Trumps Nachrichtenplattform Truth Social: Erfolg liegt unter Erwartungen

Doch vor den Befürchtungen, dass Trumps Beliebtheit durch eine womöglich bevorstehende Anklage weiter Schaden nehmen könnte, äußerte sich Digital World eher zurückhaltend über die geplante Übernahme nebst Börsengang. Außerdem teilte das Unternehmen mit, dass es im vergangenen Halbjahr Verluste in Höhe von 6,5 Millionen Dollar gemacht hätte. Erst am Freitag rutschte die Digital World-Aktie laut Washington Post um weitere sieben Prozent ab.

Auch die Reichweitenpläne von Trumps Social-Media-Plattform versprächen Truth Social keinen allzu bald erwartbaren Durchbruch. Die „Millionen aktive Nutzer täglich“, die das Netzwerk bräuchte, um langfristig profitabel zu sein, würden laut Washington Post längst nicht erreicht.

Der populärste Account der Plattform, der des Ex-Präsidenten, käme derzeit gerade einmal auf weniger als vier Millionen Follower. Laut der Schätzungen der Online-Analysefirma Similarweb seien die Zugriffszahlen von 1,5 Millionen nach dem Launch auf gerade einmal 300.000 tägliche Zugriffe geschrumpft. Die weitaus größere Plattform Twitter, der Trump mit seinem Versprechen nach Wahrheit Konkurrenz machen wollte, kommt laut eigenen Angaben auf 37 Millionen aktive Nutzer:innen täglich – und dies allein in den USA. (ska)



Quellenlink https://www.fr.de/politik/donald-trumps-wahrheit-droht-twitter-ersatz-ex-praesident-bereits-aus-pleite-usa-91751495.html?cmp=defrss