Brüssel – EU-Staaten wollen Handelspreis für russisches Öl auf 60 Dollar begrenzen


Der Ölhafen der russischen Stadt Noworossiijsk.

Der Ölhafen der russischen Stadt Noworossiijsk. (LUCIE GODEAU / AFP)

Die Preisgrenze soll bei 60 Dollar pro Barrel liegen. Falls der Marktpreis unterhalb dieser Grenze liegt, soll für russisches Öl mindestens fünf Prozent weniger berechnet werden. Polen hatte sich bis zuletzt für einen noch niedrigeren Handelspreis eingesetzt. Die Preisobergrenze soll für russisches Öl gelten, das über den Seeweg geliefert wird.

Mit der Einigung ist nun der Weg frei für den formalen Beschluss der EU-Staaten zu der geplanten Preisgrenze. Er wird möglicherweise noch am Wochenende gefasst. Die G7-Staaten und Australien schlossen sich der Vereinbarung an. Neben mehreren EU-Staaten gehören Kanada, die USA und Japan zu den G7.

Die Europäische Union will mit der Limitierung erreichen, dass Russland weniger Einnahmen durch Ölexporte erzielt.

Moskau verärgert, Washington zufrieden

Die russische Führung kritisierte die Entscheidung der EU. Der Leiter des Auswärtigen Ausschusses der Duma, Sluzki, erklärte, die Maßnahme verstoße gegen die Marktgesetze. Zudem gefährde die EU ihre eigene Energiesicherheit. Im Vorfeld hatte bereits Russlands Präsident Putin vor dem Schritt gewarnt.

Dagegen sprach der Kommunikationsdirektor des Nationalen Sicherheitsrates in den USA, Kirby, von einer guten Nachricht. US-Präsident Biden habe sich beim G7-Gipfel im Sommer sehr nachdrücklich für eine Begrenzung des Ölpreises eingesetzt. Die US-Regierung glaube, dass diese die gewünschte Wirkung haben werde. Sie werde die Möglichkeiten Putins einschränken, aus den Ölverkäufen Profit zu schlagen und die Einnahmen zur Finanzierung seiner Kriegsmaschinerie zu verwenden.

Diese Nachricht wurde am 03.12.2022 im Programm Deutschlandfunk gesendet.



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