Afghanistan – Amnesty: Taliban verstoßen weiter gegen Menschenrechte


Ein bewaffneter Talibankämpfer steht Wache zwischen den Passanten eines Marktes, darunter eine schwarz verschleierte Frau im Bildvordergrund.

Ein Talibankämpfer steht Wache auf dem alten Markt von Kabul. (picture alliance / Associated Press / Ebrahim Noroozi)

In einem Bericht ist von Folter, Hinrichtungen, Rachemorden und der Vertreibung von Minderheiten die Rede. Die Taliban hätten sich ohne Zweifel nicht an ihr Versprechen gehalten, die Rechte der afghanischen Bevölkerung zu respektieren. Amnesty rief die internationale Gemeinschaft dazu auf, Druck auf die Regierung auszuüben, um beispielsweise die Lage von Frauen und Mädchen in dem Land zu verbessern.

“Frauen sind in einem Albtraum aufgewacht”

Der Vorsitzende des afghanischen Hilfsvereins YAAR, Spartak, sagte im Deutschlandfunk, gerade Frauen seien nach der Machtübernahme der Taliban in einem Albtraum aufgewacht. In den vergangenen 20 Jahren hätten sie sich frei in der Öffentlichkeit bewegen und die Schule besuchen dürfen, das gehe nun nicht mehr. Die Verfassung schütze sie nicht mehr, aber auch die Gesellschaft könne nichts mehr für Frauen tun, kritisierte Spartak. Auf Vätern, Brüdern und Ehemännern laste ein erheblicher Druck, weil die Taliban sie für vermeintliches Fehlverhalten der weiblichen Familienmitglieder verantwortlich machten.

Vor einem Jahr hatten die islamistischen Taliban die Macht in Afghanistan zurückerobert. Sie nutzten dazu den Abzug der USA und ihrer Verbündeten. Am 15. August 2021 stürmten sie den Präsidentenpalast in Kabul und übernahmen damit die Kontrolle über ganz Afghanistan.

Diese Nachricht wurde am 15.08.2022 im Programm Deutschlandfunk gesendet.



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