30 Nachwuchsmanager auf dem Weg nach ganz oben


Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,

Chef zu sein war auch schon mal leichter. Einst konnte die Führungskraft genervt ausrufen: „Geht´s noch, Müller?!“ Jetzt muss es heißen: „Lieber Herr Müller, ich habe da ein Störgefühl.“ Wenn die hochbezahlte IT-Expertin noch in der Probezeit ein Sabbatical fordert, um sich zur Waldbade-Therapeutin fortzubilden, gilt es wohlwollende Prüfung zuzusagen – Ersatz findet man ja ohnehin nicht. Und dann kommt auch noch Sebastian Dettmers, Chef der Online-Stellenbörse Stepstone, und postuliert: „Der wichtigste Job von Führungskräften ist es, klar zu kommunizieren.“

Puh, das klingt anstrengend! Kein Wunder, dass immer weniger junge Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer Führungsverantwortung übernehmen wollen, immer mehr lieber eine Fachkarriere anstreben. Bereits 2021 prophezeite die Strategieberatung Boston Consulting Group (BCG), dass Deutschland bis zum Jahr 2030 rund 341.000 sogenannte „Top-Executives“ fehlen werden.

Das Handelsblatt hat gesucht – und gefunden: Die Reporterinnen Tanja Kewes und Claudia Panster stellen in unserem Wochenendtitel 30 Kandidatinnen und Kandidaten für den Aufstieg in die erste Führungsreihe der deutschen Wirtschaft vor. Wer sind diese potenziellen Konzernchefs von morgen? Was treibt diese Managergeneration an? Wie wollen sie gefordert, gefördert und geführt werden, wie führen sie selbst?

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Da ist zum Beispiel Sopna Sury, 48, die sich als Leiterin der Wasserstoffsparte von RWE Generation dem vielleicht größten Zukunftsthema der deutschen Wirtschaft widmet. Ihr aktuelles Leuchtturmprojekt heißt „Get H2“, ausgehend von Lingen im Emsland soll Sury eine Wasserstoff-Infrastruktur für Energie, Industrie, Verkehr und Wärme aufbauen.

Die Managerin steht für eine ganze Gruppe, die Lust hat aufs Leiten und Machen – und auch den geforderten Spagat zwischen respektvoller und zugleich eindeutiger Kommunikation meist ohne Störgefühl hinbekommt.

Diese 30 Persönlichkeiten haben schon jetzt Top-Positionen in großen deutschen Unternehmen. Sie könnten auf der Karriereleiter aber noch weiter nach oben steigen.

Das KP-Regime in Peking manövriert sich mit seiner Null-Covid-Politik immer stärker selbst in die Falle. Die Zahl der Corona-Infektionen in China ist auf den höchsten Stand seit Beginn der Pandemie gestiegen. Am Donnerstag hatte die Nationale Gesundheitskommission 31.444 Neuinfektionen für den Vortag gemeldet.

In den Millionenmetropolen Peking, Guangzhou und Chongqing steigen die Fallzahlen besonders stark. Die Hauptstadt Peking erinnert an eine Geisterstadt, in anderen Landesteilen befinden sich Millionen Menschen komplett im Lockdown. Und das im Jahr drei der Pandemie – während viele andere Länder längst die meisten Coronamaßnahmen aufgehoben haben.

Das Problem für die kommunistische Führung: Sie müsste eigentlich mit noch härteren Maßnahmen reagieren, um die Ausbrüche wirklich einzudämmen. Aber das lässt sich bei der Vielzahl der Fälle nicht mehr durchhalten. Gleichzeitig kann das Regime nicht eingestehen, dass die chinesische Coronapolitik gescheitert ist.

Erinnern Sie sich noch? 2020 und 2021 wurde die Null-Covid-Politik auch in Deutschland von gar nicht mal so wenigen Leuten als Alternative gepriesen. Ich kann beim Blick nach China nur sagen: Gut, dass uns das erspart geblieben ist.

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Die Ukraine durchleidet dramatische Tage. Mit immer neuen Angriffen auf Wohngebiete, Kraftwerke und Bahnanlagen will Russland die ukrainische Bevölkerung zermürben. Nach besonders heftigen Angriffen am Mittwoch waren Teile Kiews am Donnerstagsabend noch immer ohne Strom und Wasser. Das gerade erst zurückeroberte Cherson liegt unter russischem Artilleriebeschuss – nach Moskauer Lesart tötet die russische Armee dort ihre eigenen Bürger, denn Russland hatte die Region Cherson ja annektiert.

Ein wichtiger Faktor, der bislang das Überleben der Ukraine sichert: Den Russen gelingt es nicht, die Lufthoheit über dem Land zu erobern.

Unter dem Eindruck der russischen Terrorangriffe hat der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski klargestellt: Am Kriegsziel einer Befreiung der 2014 von Russland annektierten Halbinsel Krim ändert sich nichts. Der „Financial Times“ sagte er: „Wenn uns jemand einen Weg aufzeigt, wie die Besetzung der Krim mit nicht-militärischen Mitteln beendet werden kann, dann werde ich sehr dafür sein.“

Wenn ein Vorschlag aber bedeute, dass die Krim besetzt und Teil Russlands bleibe, „sollte niemand darauf seine Zeit verschwenden“.

Die meisten westlichen Unterstützer der Ukraine gehen davon aus, dass diese irgendwann die von Russland seit dem 24. Februar besetzten Gebiete sowie den Donbass zurückerobern kann. Sie sind aber vorsichtiger bei der Krim: Die Halbinsel sei für Moskau strategisch und symbolisch zu wichtig, um sie ohne weitere Eskalation des Krieges aufzugeben.

Der Fernbusbetreiber Flix will Teil des geplanten bundesweiten 49-Euro-Tickets für den Nahverkehr werden. Flix-Chef und Mitgründer André Schwämmlein sagte dem Handelsblatt: „Wir werben dafür, den Fernbus mit einzubeziehen. Wir glauben, dass wir viel zum Erfolg des 49-Euro-Tickets beitragen können.“

Flixbus binde die ländlichen Regionen an und bringe junge sowie einkommensschwache Zielgruppen für das Ticket mit. Schwämmlein: „Es geht um Mehreinnahmen für den Staat in Millionenhöhe, die mit der Einbindung des Fernbusses in das 49-Euro-Ticket erwirtschaftet werden können.“ Es gebe hier durchaus positive Rückmeldungen aus der Politik.

Ein Nahverkehrsticket, das gleichzeitig als bundesweite Netzkarte für die grünen Fernbusse gilt, wäre tatsächlich hochattraktiv. Doch ich frage mich, wie sich solch ein Angebot für 49 Euro im Monat rechnen soll. Vielleicht gibt es mit dem 49-Euro-Ticket am Ende auch nur einen Rabatt auf die Fahrscheine für die grünen Busse?

Und dann lieferte uns der gestrige Abend noch den Beleg, dass niemand die Leistungsfähigkeit älterer, arbeitsloser Fachkräfte unterschätzen sollte. Fußball-Methusalem Cristiano Ronaldo, 37, steht seit seinem Abschied im Streit von Manchester United ohne Verein da. Doch bei seiner mittlerweile fünften Weltmeisterschaft boten er und seine portugiesische Nationalmannschaft das bislang spannendste Spiel des Turniers, ein heftig umkämpftes 3:2 gegen Ghana.

Okay, um den Elfmeter zum 1:0 verwandeln zu können, musste Ronaldo zuvor im richtigen Moment im Strafraum zu Boden gehen. Aber gerade dieses Erfahrungswissen ist es ja, das Mitarbeiter im Herbst ihrer Karriere so wertvoll macht.

Ich wünsche Ihnen einen Tag, so kraftvoll wie ein verwandelter Strafstoß.

Herzliche Grüße

Ihr

Christian Rickens

Textchef Handelsblatt

Morning Briefing: Alexa



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