1500 Euro für jeden Beschäftigten


Verdi und der Arbeitgeberverband haben die Prämie ausgehandelt. Dieser zusätzliche Inflationsausgleich sei nicht selbstverständlich, lobt die Gewerkschaft.

Die BVG unterwegs: Ein Mitarbeiter des U-Bahn-Bereichs inspiziert einen Tunnel in Mitte.

Die BVG unterwegs: Ein Mitarbeiter des U-Bahn-Bereichs inspiziert einen Tunnel in Mitte.dpa/Daniel Naupold

Es kommt nicht allzu häufig vor, dass Gewerkschafter einem Arbeitgeber öffentlich danken. Doch in diesem Fall ist es so. Anlass ist die Inflationsausgleichsprämie von bis zu 1500 Euro für jeden Beschäftigten der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), die Verdi und der Kommunale Arbeitgeberverband Berlin ausgehandelt haben. „Diese zusätzliche Prämie ist nicht selbstverständlich“, kommentieren die Verdi-Vertrauensleute für den BVG-Busbereich auf ihrer Facebook-Seite. „Sie wird helfen, uns und unsere Familien durch diese merkwürdige Zeit zu bringen. Deshalb sagen wir einfach mal Danke!“

Angesichts der Energiekrise und des Anstiegs der Verbraucherpreise seien sich die Tarifvertragsparteien darüber einig, die mehr als 16.000 Mitarbeiter in diesen schwierigen Zeiten finanziell zu unterstützen, teilte die Gewerkschaft Verdi mit. „Die Tarifpartner haben daher über mögliche Maßnahmen gesprochen. Die Gespräche verliefen auf Augenhöhe, waren konstruktiv und zielorientiert.“ Ergebnis ist eine „einmalige Inflationsausgleichs-Sonderzahlung“ von 1500 Euro zum 15. Dezember.

Nicht ausgeschlossen, dass es 2023 weiteres Geld gibt

Gezahlt wird das Geld jedem tariflich Beschäftigten der BVG, der zwischen dem 1. März und dem 31. Oktober dieses Jahres an mindestens einem Tag Anspruch auf Lohn oder Gehalt hatte und dessen Arbeitsverhältnis am 1. November noch bestand. Teilzeitbeschäftigte erhalten die Prämie anteilig.

„Besonders erfreulich ist dabei, dass unter Nutzung des Entlastungspakets der Bundesregierung die genannte Sonderzahlung zum Inflationsausgleich steuer- und sozialversicherungsfrei gewährt werden kann und somit eins zu eins – also brutto für netto – schon mit der Entgeltabrechnung für Dezember 2022 ausgezahlt wird“, so Verdi weiter. Die Gewerkschaft hofft, dass die Prämie die Haushalte entlastet. Die Tarifvertragsparteien wollen die weitere wirtschaftliche Entwicklung gemeinsam beobachten. Anders formuliert: Nicht ausgeschlossen, dass es 2023 weiteres Geld gibt.

Im Bus sollen auch künftig keine Fahrscheine gegen Bargeld verkauft werden

Verdi hat nun auch in dem seit langem schwelenden Streit um den Fahrscheinverkauf in den BVG-Linienbussen Stellung bezogen. Während der Senat und eine Mehrheit im Abgeordnetenhaus verlangt, dass es wieder möglich sein muss, Tickets wie bis zum Beginn der Corona-Pandemie im Frühjahr 2020 mit Bargeld zu bezahlen, lehnt die Gewerkschaft dies weiterhin ab.

Die jetzige Regelung habe die „breite Zustimmung unserer Fahrpersonale“ gefunden, stellt der Verdi-Betriebsgruppenvorstand der BVG in einem jüngst gefassten Beschluss fest. Die Beschäftigten fühlten sich sicherer, wenn sie im Bus nicht mehr mit Bargeld zu tun haben. Die Wiedereinführung des Verkaufs gegen Münzen und Scheine würde „viel Unverständnis bei unseren Fahrpersonalen hervorrufen“.

Zudem würden mehr als 90 Prozent der Fahrgäste den elektronischen Ticketverkauf akzeptieren, hieß es. „Lohn- und Rentenauszahlung, Mieten und Betriebskosten, Erstattungen von Ämtern et cetera findet heute nur noch bargeldlos statt. Warum also nicht auch der Ticketverkauf im ÖPNV Berlins?“



Source link