Video aus dem Englischen Garten


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Von: Regina Mittermeier, Julian Limmer

Ukrainerinnen drehen Video
Die Ukrainerinnen halten eindrückliche Botschaften hoch. © Screenshot/onyshchenko

100 ukrainische Frauen und Kinder haben ein Video gedreht. Damit wollen sie auf die schreckliche Situation in ihrem Heimatland aufmerksam machen.

München – Zwei Frauen stehen mit Blumenkränzen auf dem Kopf im Englischen Garten in München. Stacheldraht schneidet durch die roten, blauen und gelben Blüten und umschlingt das Gesicht der Frauen. Dort, wo die Stacheln auf ihre Haut drücken, bluten sie – oder zumindest sieht es so aus. „Russen töten mich dafür“, steht in weißer Schrift auf dem linken Schild. „Ich bin Ukrainerin“ auf der anderen schwarzen Tafel. Es ist eine Szene aus einem Video, der Regisseurin Daria Onyshchenko. Ihr Hilferuf lautet: Die Ukraine braucht mehr Waffen. „Sonst überleben wir nicht.“

München: Ukrainerinnen fordert mehr Waffen

Auch Onyshchenko (39) spricht in dem Video. Sie trägt Oberteil und Kappe in Tarnmuster und eine schwarze Lederjacke. „Wir sind vereint in unserem Kampf für Freiheit“, sagt sie. Sie sieht aus wie eine Soldatin.

Onyshchenko, die seit 17 Jahren in Deutschland lebt, kämpft mit anderen Ukrainerinnen für ihr Land. Vor sechs Monaten sind russische Truppen einmarschiert. Mehr als eine Million Menschen sind seitdem geflohen, Tausende sind gestorben – und ein Ende ist nicht in Sicht. Auch immer mehr Frauen stehen an der Front. Diese würden nur mit schweren Waffen überleben, glauben die Frauen.

Wie es den geflüchteten Menschen aus der Ukraine mittlerweile in München geht, erfahren Sie hier.

Hunderte Teilnehmer demonstrierten am Stachus

Auch in München gehen Menschen auf die Straße, um ein Zeichen gegen die Gewalt zu setzen. Am ukrainischen Unabhängigkeitstag (24. August), waren rund 350 Teilnehmer zu einer Demo am Stachus gekommen. Onyshchenko hat sie mit der Ukrainischen Gemeinde in München und Bayern organisiert, um an die Kriegsschrecken zu erinnern und um Unterstützung zu bitten.

Onyshchenko hat schon viele andere Demos begleitet. Forderungen nach schweren Waffen seien nicht leicht zu vermitteln, sagt sie. Und sie versteht das Zögern angesichts der deutschen Geschichte. Gleichzeitig hofft sie auf Verständnis für die Ukraine. Sie wolle mit dem Film die Sicht der ukrainischen Bevölkerung nachvollziehbar machen, sagt sie. 100 Frauen und ihre Kinder haben mitgewirkt, um an europäische Politiker zu appellieren. Die Waffen würden auch sie schützen, glauben die Frauen. Denn falls die Ukraine falle, dringe der Krieg weiter nach Europa vor.



Quellenlink https://www.tz.de/muenchen/stadt/muenchen-ukraine-krieg-bitte-video-hilfe-waffen-aufmerksamkeit-frauen-kinder-91745565.html?cmp=defrss