Ohne Barrieren zum Ufer des Glonner Kastensees – Ebersberg


Die Wellen waren hochgeschlagen, damals im Jahr 2014, sogar zu einem Aufreger im Kreistagswahlkampf taugte das Thema: Wie geht es mit dem Kastensee weiter – und kommt der öffentliche Zugang? Das war eine Frage, die viele bewegte. Hintergrund war die Tatsache, dass der Kreis Grundstücke an den Betreiber des beliebten Strandbads verkaufen wollte und die Sorge bestand, dass es dann niemals etwas wird mit einem öffentlichen Zugang zum See bei schlechtem Wetter und im Winterhalbjahr.

Inzwischen ist das Thema zur Zufriedenheit aller Beteiligten geklärt. Seit Ende 2021 gibt es einen provisorischen Zugang zum Kastensee, der es möglich macht, auch an trüben Tagen am Seeufer entlang zu spazieren. Vorangegangen war ein Deal: Landkreis und Badbetreiber tauschten Grundstücke, so dass das öffentliche Ufer nun endlich auch von außen zugänglich ist. Außerdem wurden Vereinbarungen zur Nutzung getroffen und per notarieller Urkunde verbrieft.

Allerdings soll der provisorische Zugang, der nur bis Ende April genehmigt wurde, nun einer dauerhaften Variante weichen. Der Glonner Gemeinderat, in dessen Zuständigkeitsbereich der Kastensee liegt, hat bereits in seiner Sitzung Ende Januar ohne Gegenstimmen die Pläne des Landkreises Ebersberg für den See gebilligt. Der Zugang soll künftig sogar barrierefrei möglich sein: Vom öffentlichen Gehweg bis zum See wird ein Pflasterweg mit einer Steigung von weniger als sechs Prozent errichtet.

Glonn: Im Sommer ist der Kastensee ein herrliches Ziel zum Entspannen, es locken großzügige Liegewiesen und das moorige Seewasser.

Im Sommer ist der Kastensee ein herrliches Ziel zum Entspannen, es locken großzügige Liegewiesen und das moorige Seewasser.

(Foto: Peter Hinz-Rosin)

Im Sommer soll die gesamte Fläche wie bisher genutzt werden können. Der Zugang erfolgt über den Eingangsbereich am Café. Bei schlechtem Wetter und vom 1. Oktober bis zum 30. April dürfen alle, die wollen, trotzdem zum Wasser – aber nur über die vom Landkreis erworbenen Flächen. Die angrenzenden Flächen im Privatbesitz werden gegen unbefugtes Betreten durch eine Zaunanlage gesichert.

Nur Igel müssen nicht durch das Tor gehen

Geplant ist ein Zaun mit ganz beachtlichen Dimensionen: 1,80 Meter hoch soll er werden und somit nicht dazu verlocken, kletternd die andere Seite zu erreichen. Außerdem werden die Tore zum Teil etwas in den See ragen, damit man auch seitlich nicht so leicht daran vorbei kann. Nur die ganz Kleinen müssen sich um den Zaun nicht scheren: Für Igel und andere Kleintiere wird ein 15 Zentimeter hoher Abstand zum Boden gelassen.

An der Straße soll eine Zugangsmöglichkeit vom Gehweg aus geschaffen werden, um den Winter- und Schlechtwetterzugang zu gewährleisten. Hier wurde bereits eine Öffnung im bestehenden Zaun geschaffen. Dieser Zugang wird in zwei Teile unterteilt. Die reguläre Schiebetür mit 1,50 Metern Breite soll vom Badbetreiber elektronisch gesteuert werden und mittels einer App auch vom Smartphone aus geöffnet und geschlossen werden können. Angrenzend an das elektrische Schiebetor wird nach derzeitiger Planung eine manuell zu öffnende Tür mit einer Breite von einem Meter erstellt, die im Bedarfsfall mittels Schlüssel geöffnet werden kann.



Quellenlink https://www.sueddeutsche.de/muenchen/ebersberg/glonn-kastensee-zugang-1.5756544