Messerattacke in Zug: Was bisher bekannt ist – Panorama


Bei einer Messerattacke in einem Regionalzug in Schleswig-Holstein sind zwei Menschen getötet und sieben weitere verletzt worden. Das bestätigte die Polizei am Abend. Außerdem wurde auch der mutmaßliche Täter, der inzwischen festgenommen wurde, “mittelschwer verletzt”, wie eine Polizeisprecherin der SZ sagte.

Wie die Tat ablief

Der Vorfall ereignete sich am Nachmittag im Regionalexpress, der zwischen Kiel und Hamburg verkehrt. Der erste Alarm von einem der Passagiere ging um 14.58 Uhr bei der Polizei ein, danach folgten rasch weitere Notrufe. Etwa 70 Fahrgäste seien in dem Zug gewesen, so die Polizei.

Im Bahnhof des kleinen Ortes Brokstedt im Kreis Steinburg kam der Zug dann außerplanmäßig zum Stehen. Wer ihn stoppte, ob es der Zugführer war oder ob einer der Passagiere die Notbremse zog, war am Abend noch unklar. Danach, so berichtete eine Polizeisprecherin der SZ, habe “sich die Szenerie auf den Bahnsteig verlagert”. Ersthelfer hätten den mutmaßlichen Täter dort bis zum Eintreffen der Polizei festsetzen und fixieren können.

In einem Bericht der Lübecker Nachrichten hieß es, dass die Menschen im Zug Panik bekommen hätten, als drei Mädchen in einen Waggon hineingestürmt seien und von einem Mann mit Messer berichtet hätten. Als der Zug in Brokstedt stoppte, hätten die Passagiere die Waggons fluchtartig verlassen.

Der Polizeieinsatz und der Zugverkehr auf der Strecke

Die Polizei sperrte nach der Tat den Bahnhof und die Bahnsteige ab. Die unverletzten Passagiere wurden in einem nahe gelegenen Gasthof befragt, die Schwerverletzten in Krankenhäuser gebracht. Mehrere Beamte der Spurensicherung, die in weißen Schutzoveralls arbeiteten, waren am Abend im Zug und am Bahnsteig im Einsatz.

Der Zugverkehr zwischen Neumünster und Elmshorn wurde vorübergehend gestoppt, wie die Deutsche Bahn mitteilte.

Der mutmaßliche Täter

Der Mann, der die Zugpassagiere attackiert hat, wurde nach der Tat in eine Klinik gebracht. Bei dem mutmaßlichen Täter handelt es sich laut der schleswig-holsteinischen Innenministerin Sabine Sütterlin-Waack (CDU) um einen staatenlosen Palästinenser. Laut Polizei ist er 33 Jahre alt. Wie die Deutsche-Presse-Agentur schreibt, gibt es Hinweise aus Sicherheitskreisen, dass der Mann geistig verwirrt sein könnte. Bisher sei er nicht als Extremist aufgefallen. Wie Bild und Welt schreiben, soll der Mann zuvor wegen diverser Delikte auffällig geworden sein und bis vor wenigen Tagen noch in U-Haft gesessen haben.

Reaktionen auf die Tat

Innenministerin Sütterlin-Waack wurde gegen 15.45 Uhr während einer Landtagssitzung über die Tat informiert. “Es ist ganz furchtbar, wir sind alle erschrocken und entsetzt, dass so etwas passiert ist”, sagte sie dem NDR. Die Polizei sowie die Bundespolizei, die für den Bahnverkehr und die Sicherheit auf den Bahnhöfen zuständig ist, seien mit starken Kräften am Tatort. Außerdem die Staatsanwaltschaft und ein Kriseninterventionsteam. Auch die Ministerin selbst fuhr noch am Abend nach Brokstedt. Sie dankte Polizei und Rettungskräften für ihren Einsatz. “Für mich steht fest, dass sich die entsetzliche Tat gegen jede Menschlichkeit richtet”, sagte sie.

Auch Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) hat sich geäußert und ihr Mitgefühl ausgedrückt. “All unsere Gedanken sind bei den Opfern dieser furchtbaren Tat und ihren Familien”, schrieb Faeser auf Twitter.

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) sprach von einer schrecklichen und sinnlosen Tat. “Schleswig-Holstein trauert – das ist ein furchtbarer Tag”, sagte Günther. Er sei in Gedanken und Gebeten bei den Betroffenen, bei allen, die um einen geliebten Menschen trauerten oder um Verletzte bangten. Günther dankte den Einsatzkräften für deren Arbeit und auch denen, die sich um die Passagiere und Zeugen im Zug sowie um die Verletzten gekümmert hätten.

Die Deutsche Bahn schrieb in einer Mitteilung: “Den Angehörigen der Opfer gehört unser tiefes Mitgefühl. Den Verletzten wünschen wir eine baldige und vollständige Genesung”.





Quellenlink https://www.sueddeutsche.de/panorama/messer-deutsche-bahn-angriff-brokstedt-zug-1.5739088