Helene Fischers Flötistin entführt Kind


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Von: Andreas Thieme

Lioubov B. (44) entführte mehrfach ihre Tochter - sie wurde verurteilt
Lioubov B. (44) entführte mehrfach ihre Tochter – sie wurde verurteilt © SIGI JANTZ

Mit Superstar Helene Fischer (38) stand sie auf der Bühne: Beruflich hatte Musikerin Lioubov B. (44) großen Erfolg und spielte bei den Weihnachtsshows die Flöte. Doch privat offenbaren sich dunkle Geheimnisse: Mehrfach entführte B. ihre eigene Tochter – gestern stand sie vor Gericht.

München – „Es tut mir so leid“, gestand die Flötistin und weinte bittere Tränen. Ende 2019 hatte sie ihre Tochter Anastasia (heute 13, Name geändert) nach Russland verschleppt – anderthalb Jahre lang wusste Vater Christoph B. (59) nicht, wo die beiden waren. „Ich habe unfassbare Ängste ausgestanden“, sagt der Immobilien-Gutachter aus Puchheim bei München.

Helene Fischers Flötistin entführt Kind (10) – Vater entsetzt: „Ich hatte unfassbare Angst“  

Doch, weil die Mutter an Corona erkrankte und ins Krankenhaus musste, kam das Mädchen Ende Juli 2021 in ein Heim. Von dort aus kontaktierte sie ihren Vater Christoph. Der sagt: „Ich bin sofort nach Novosibirsk gereist, um meine Tochter zu retten.“
Ein echter Krimi – denn für die Reise musste sich Christoph B. sogar ein Visum auf dem Schwarzmarkt besorgen und durch die politischen Proteste in Weißrussland reisen. „Das war mir wurscht“, sagt er. „Ich wollte meine Tochter zurück – unbedingt.“

München: Flötistin von Helene Fischer entführte ihr Kind – Amtsgericht verurteilt die Musikerin

13 Jahre lang war er mit Lioubov B. verheiratet. „Eine schwierige Zeit“, lautet sein Fazit. Im September 2019 wurde die Ehe geschieden. Damals hatte der Kindsvater bereits sieben Monate das alleinige Aufenthaltsbestimmungsrecht. Doch das wollte Lioubov B. nicht akzeptieren – und schmiedete einen perfiden Plan: Nach Weihnachten 2019 wollte sie – noch in Absprache mit dem Vater – die Ferien mit Anastasia in Minsk und Moskau bei ihrer russischen Familie verbringen. Doch von diesem Trip kehrten Mutter und Tochter nicht zurück. „Ich ging gleich zur Polizei“, sagt Christoph B. Sogar die Bundesregierung suchte nach Anastasia – 18 Monate ohne Erfolg.

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Dabei ist Lioubov B. Wiederholungstäterin: Bereits 2017 wurde sie wegen Kindesentziehung verurteilt. Gestern dann erneut: Amtsrichter Robert Grain brummte der Musikerin ein Jahr und fünf Monate Haft auf, die aber zur Bewährung ausgesetzt wurden. „Ihr Fall ist krass. Wenn Sie sowas nochmal machen, sperre ich sie ein – für länger“, warnte Grain. Seit Ende Juli saß B. bereits in U-Haft. Ihr Haftbefehl wurde nun zwar aufgehoben, zur Tochter besteht aber ein Kontaktverbot.

Anastasia lebt nun bei Vater Christoph. Der sagt: „Sie geht wieder zur Schule, ist aber noch traumatisiert.“ Eine neue Frau hat er nicht wieder kennengelernt. „Mir reicht’s erstmal“, sagt er.



Quellenlink https://www.tz.de/muenchen/stadt/helene-fischer-floetistin-entfuehrung-kind-angst-drama-news-zr-91936663.html?cmp=defrss