Exklusive „Alpen-Chalets“ am Tegernsee lassen Musiker zürnen: „Einheimische sind die Dummen“


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Von: Klaus Wiendl

Ein Graben klafft noch dort, wo ein 40 Meter langer Riss gewesen sein soll.
Ein Graben klafft noch dort, wo ein 40 Meter langer Riss gewesen sein soll. © kw/tp

Vier Mehrfamilienhäuser sind in Rottach-Egern in der Auenstraße entstanden und dabei offenbar auch ein Riss zum Nachbargrundstück von Sepp Kandlinger. Der sieht sich geschädigt und geht gegen den Bauträger vor.

Rottach-Egern – Sepp Kandlinger (80), über den Landkreis hinaus bekannter Musikant, versteht die Welt nicht mehr. Sein Zorn richtet sich gegen einen Bauträger, der vier Mehrfamilienhäuser mit bis zu 17 Wohnungen in der Auenstraße errichtet hat. Beim Ziehen der Spundwände im Oktober 2020, berichtet Kandlinger, sei auf dem direkt angrenzenden Grundstück ein langer und tiefer Riss entstanden. Es handelt sich um ein von Kandlinger vermietetes Anwesen.

Trotz sofortiger Bekundungen, man werde für den Schaden aufkommen, tat sich nach Auskunft Kandlingers nichts. Im Gegenteil, er sah sich zu einer Klage gezwungen, da ihm laut Gutachten und Leistungsverzeichnis ein Schaden von über 55.000 Euro entstanden sei. Dies bestreiten die Beklagten. Es sei zu keinem Zeitpunkt dazu gekommen, dass Kandlingers Grundstück „den Anschluss verloren hätte oder abgerutscht wäre“, machen sie deutlich.

Sepp Kandlinger
Sepp Kandlinger klagt. © THOMAS PLETTENBERG

Für Kandlinger ist die Sache klar: „Während Bauträger Millionäre werden, sind Einheimische die Dummen.“ Der Fall wird am 6. Februar vor dem Landgericht München II verhandelt.

Alpen-Chalets in Rottach-Egern: „Grundstück bis auf den letzten Zentimeter ausgereizt“

Kandlinger, der vor zehn Jahren mit der Bürgermedaille dekoriert wurde, setzt sich in dieser Sache mit einem Investor aus Dachau sowie einer Baufirma, einem Architekten und einem Maklerbüro aus der Region auseinander. Die beteiligte Firma wirbt für „exklusive Bauprojekte mit Herz“, vornehmlich in Rottacher Bestlagen. Für die „Alpen-Chalets“ mit Tiefgaragen wurde das 3200 Quadratmeter große Grundstück aus Sicht Kandlingers bis auf den letzten Zentimeter ausgereizt, nämlich bis an die Grundstücksgrenze.

Nach Überzeugung des Klägers ist die Grundstückskante wegen der Baumaßnahme abgerutscht.  

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Quellenlink https://www.tz.de/muenchen/region/rechtsstreit-um-riss-nach-baumassnahme-tegernsee-bayern-mkr-92048449.html?cmp=defrss