Bayerische Familie heizt nun zu „100 Prozent sauber“


  1. tz
  2. München
  3. Region

Erstellt:

Von: Stephanie Uehlein

Matthias Kluge mit der Holzplakette „Saubere Heizung“. Seine Familie heizt ihr Haus mit einer Grundwasserwärmepumpe, für die der Strom vom Dach kommt.
Matthias Kluge mit der Holzplakette „Saubere Heizung“. Seine Familie heizt ihr Haus mit einer Grundwasserwärmepumpe, für die der Strom vom Dach kommt. © Kluge/fkn

Obwohl sie noch funktionierte, hatte die alte Ölheizung bei den Kluges keine Chance mehr. Die Familie aus Eberfing ersetzte sie durch eine umweltfreundliche Lösung und holte sich damit als Erste eine Auszeichnung der „Energiewende Oberland“. 

Landkreis/Eberfing – Sie heizt mit einer Kombination aus Wärmepumpe und Solarstrom und dient damit als Vorbild für andere: die Familie Kluge aus Eberfing, die nun als Erste die Auszeichnung „Saubere Heizung“ der „Energiewende Oberland“ (EWO) erhielt. Bei der Preisübergabe erklärte Matthias Kluge, aus welchen Gründen die noch funktionierende Ölheizung der Familie ausgetauscht wurde.

Eigentlich habe Familie Kluge nicht erst 2022, sondern schon viel früher klimafreundlich heizen wollen, heißt es in einer Pressemitteilung zur Preisverleihung. 1998 wurde das Haus in Eberfing (Landkreis Weilheim-Schongau) neu gebaut, und die Temperatur für Heizung und Wasser sollte schon damals aus einer Wärmepumpe kommen, die mit relativ wenig Strom viel Wärme erzeugen kann. Aus Kostengründen wurde dann jedoch eine Ölheizung angeschafft.

Familie heizt nun zu „100 Prozent sauber“: „Das hat uns den Gefahrenstoff Öl richtig bewusst gemacht“

Doch für Matthias Kluge war das keine Dauerlösung: „In Eberfing arbeite ich im Arbeitskreis ,Energie’ mit und wollte unbedingt auch mein eigenes Haus mit erneuerbaren Energien versorgen“, erklärte er bei der Preisübergabe durch EWO-Energieberater Andreas Scharli. „Außerdem hatten wir vor Jahren einen Hochwasserschaden, bei dem der Öltank im Keller ausgelaufen ist. Das hat uns den Gefahrenstoff Öl nochmal richtig bewusst gemacht.“

Unser Weilheim-Penzberg-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alle wichtigen Geschichten aus Ihrer Region. Melden Sie sich hier an. 

Strom für die Wärmepumpe kommt vom eigenen Dach

Dem Austausch der noch funktionierenden Ölheizung ging der Eignungscheck „Heizung“ der Verbraucherzentrale Bayern voran. Dieser erfolgte 2020. Im Sommer 2022 wurde dann eine Grundwasserwärmepumpe im Haus der Kluges eingebaut. „Für diese Technik sprachen vor allem die guten Grundwasserverhältnisse – erreichbares Grundwasser in geringer Tiefe – sowie die relativ hohe Effizienz dieser Technologie, die gerade bei einem Bestandsgebäude wichtig ist“, so die „Energiewende Oberland“ in ihrer Mitteilung. Die Kluges erweiterten auch ihre Photovoltaik-Anlage, so dass sie den Strom für die Wärmepumpe nach Auskunft der EWO von Anfang an vom eigenen Dach holen konnten.

Im früheren Tankraum wird jetzt geschreinert

„Ich finde die Wärmepumpe immer wieder faszinierend“, so Matthias Kluges Frau Ute. Die Pumpe arbeite „im Keller vor sich hin“ und mache aus acht Grad kühlem Wasser eines mit angenehmer Duschtemperatur. Matthias Kluge sieht noch einen weiteren Vorteil: Der Platz, der vorher als Tankraum diente, lässt sich für seine Schreinerarbeiten nutzen. Die Erneuerung der Heizung haben die Kluges auch für ihren Sohn und dessen Familie vorgenommen, die in Kürze mit in dem Zweifamilienhaus wohnen. Generationsübergreifend gibt es dann klimafreundliche Wärme und Stromversorgung, es wird laut EWO zu 100 Prozent sauber geheizt.

Noch mehr aktuelle Nachrichten aus dem Landkreis Weilheim-Schongau finden Sie auf Merkur.de/Weilheim.

Was die EWO mit der Auszeichnung bezwecken will

Die Auszeichnung „Saubere Heizung“ wurde von der EWO gemeinsam mit den Klimaschutzmanagern aus der Region entwickelt. Sie entstand im Rahmen des EU-geförderten Heizungstauschprojektes „Replace“ und soll nicht nur klimafreundliches Heizen würdigen, sondern auch zum Nachahmen anregen. Das Projekt „Replace“ richtet sich an Endkunden ebenso wie an Fachleute, wie Architekten und Installateure, sowie die Politik.

Im Oberland werden laut der EWO-Pressemitteilung 44 Prozent der Energie für Wärme eingesetzt und verursachen 31 Prozent der CO2-Emissionen. Zehn Prozent der Wärmeenergie komme aus erneuerbaren Quellen.

Mehr Infos zum umweltfreundlichen Heizen gibt es online unter wärmewende-oberland.de. Die Auszeichnung „Sauberes Heizen“ ist bei der EWO und den Klimaschutzmanagern aus der Region erhältlich.



Quellenlink https://www.tz.de/muenchen/region/tauschen-vorbild-heizen-energiewende-oberland-saubere-heizung-waermepumpe-solarstrom-oelheizung-mkr-92049144.html?cmp=defrss